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Schädlinge

Schädlinge, Insekten und andere Tiere

Ameisen

Ameisen

Ameisen sind Insekten, die unter anderem in ihrem Bau unter der Erde leben oder in einem Ameisenhaufen. Bei der Art ihres „Hauses“ gibt es eine große Vielfalt. Der Bau hat viele „Zimmer“, unter anderem auch eine Abfallgrube.

Diese Räume sind durch Verbindungsgänge getrennt. Ein Ameisenstamm hat eine Königin, Arbeiterinnen und Männchen. Die Arbeiterinnen sind geschlechtslos, sie sind also weder männlich noch weiblich, und haben keine Flügel. Ein Ameisenstaat ist sehr gut organisiert. In Europa gibt es ca. 200 Ameisenarten. Viele Arten haben einen Giftstachel, wie z. B. die Rote Waldameise, ihr Gift ist aber nicht lebensgefährlich für den Menschen, sondern juckt nur. Die als „weiße Ameisen“ bezeichneten Termiten haben nichts mit der Familie der Ameisen zu tun, sie gehören eher zu den Küchenschaben.

Gestalt einer Ameise
Gestalt einer Ameise An Hals und Taille sind Ameisen besonders dünn. Das Außenskelett ist aus Chitin, wie bei allen Insekten. Ameisen haben sechs Beine und zwei Antennen. Manche Ameisen haben auch noch zwei Flügelpaare. Sie können sowohl Hellbraun, Rot als auch Dunkelbraun bis Schwarz sein. Die Größe der Ameisen reicht von wenigen Millimetern bis zu 4-7 cm.

Gestalt einer Ameise

Fortpflanzung Wenn die Paarungszeit kommt, bilden sich bei den geschlechtsfähigen Ameisen Flügel. Deshalb sehen wir im Frühjahr bis Sommer fliegende Ameisen. Die Königin fliegt vor und wenn die Männchen es schaffen sie einzuholen, paaren sie sich. Es passiert aber vielen Männchen, dass sie dem Weibchen nicht nachkommen, sich verirren und sterben.

Die Königin baut sich ein Nest und legt die Eier. Diese Eier entwickeln sich dann zu Larven. Die Arbeiterinnen kümmern sich um die Eier und versorgen die kleinen Larven. Bei vielen Ameisenarten ist die Königin die Mutter aller Ameisen in ihrem Nest. Sie legt die Eier und überlässt sie dann den Arbeiterinnen. Die Eier entwickeln sich dann zu Larven und später zu Puppen, aus denen dann die „fertigen“ Ameisen schlüpfen.

Ernährung
Ameisen sind ständig auf der Suche nach etwas Fressbarem. Dafür kommen sie sogar ins Haus. Ameisen lieben Zucker. Findet eine Ameise Zucker läuft sie zurück zum Nest. Auf dem Weg hinterlässt sie eine Spur, die andere Ameisen riechen können. So finden die Ameisen im Nest den Weg zum Zucker und es bildet sich eine „Ameisenstrasse“. Der Geruch der „Ameisenstrasse“ teilt den Ameisen mit, um welche und wie viel Nahrung es sich handelt. Viele Ameisen mögen gerne Süßes. Einige Ameisen fressen den toten Körper anderer Insekten, andere fressen nur Obst, Körner und Gras. Die Nase der Ameisen sind ihre Fühler. Damit können sie riechen und feststellen, ob die Nahrung gut oder schlecht ist.

Kommunikation und Orientierung
Ameisen können sich unterhalten, ohne Laute abzugeben. Sie berühren sich einfach mit den Fühlern, und übermitteln so Nachrichten, wie z. B. „Ich habe Hunger“. Ihre Fühler, die auch Antennen genannt werden, sind wichtige Sinnesorgane mit denen sich die Ameisen verständigen. Auf diesen Antennen befinden sich Organe, die über Geschmack, Gerüche und Feuchtigkeit Auskunft geben. Auch die Anziehungskraft der Erde können Ameisen spüren. Daneben haben die Ameisen auch noch zwei große Augen, manche Ameisenarten haben auch noch unterschiedlich viele Nebenaugen. Mit den Antennen und den Augen verfügen Ameisen über einen guten Orientierungssinn.

Fazit
Wir Menschen bezeichnen uns gerne selbst, als „Die Krone der Schöpfung“, wenn man allerdings unsere Intelligenz vernachlässigen und eher wert auf Verbreitung, Anpassungsfähigkeit und Vielfalt achtet, dann übertreffen uns die Ameisen in hohem Maße. Ein einzelner Ameisenhaufen kann mehr Einwohner haben als Österreich. Ameisen können ein Vielfaches ihres eigenen Gewichtest tragen. Nur in Grönland, Island und in der Antarktis kommen keine Ameisen vor. Außerdem werden die meisten aller toten Tiere wiederum von Ameisen gefressen.

Amerikanische Schabe

Amerikanische Schabe (Periplaneta americana)

Amerikanische Schabe

Die Amerikanischen Schaben stammen ursprünglich aus Afrika und werden bis zu 38 mm lang. Sie sind rotbraun, besitzen einen Halsschild mit zwei dunklen Flecken und sind in beiden Geschlechtern mit ausgeprägten Flügeln ausgestattet. Diese Schabenart ist in Deutschland vorwiegend in Gewächshäusern (Wärme und Feuchtigkeit) anzutreffen. Die Eipakete (15-20 Eier) werden vom Weibchen nur wenige Stunden herumgetragen bis sie dann in Ritzen versteckt und mit Spänen etc. getarnt werden. Nur 1-2 Monate später schlüpfen die Larven. Für die Gesamtentwicklung braucht es etwa ein Jahr.

Vorkommen
Tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, Leitungsröhren, Abluftschächten. Befallen sind insbesondere Gebäude, in denen große Mengen Nahrungsabfälle regelmäßig anfallen. Bäckereien, Küchen, Gaststätten, Kantinen und Hotels. Aber auch in privaten Haushalten sind sie insbesondere im Küchen und Sanitärbereich anzutreffen. Bei einschalten von Licht flüchten Sie.

Amerikanische Schabe

Biologie
Diese Schabenart ist rotbraun und hat ein rotgelbes Halsschild mit 2 braunen Flecken. Sie wird ca.: 2, 7 - 3, 8 cm groß. Die Flügel überdecken den Hinterleib. Die Eipakete sind rotbraun und enthalten ca.: 15- 20 Eier.

Die Eipakete werden bis zu 6 Tagen herumgetragen. Die Larven schlüpfen 1 - 2 Monate nach der Ablage und entwickeln sich in 2 bis 3 Jahren zu ausgereiften Tieren. Amerikanische Schaben können Nachts fliegen.

Materialschäden
Da Schaben Allesfresser sind, befallen Sie Nachts jegliches organisches Material (Nahrungsmittel, aber auch feuchte Gewebe, Papier, selbst Leder), da Sie mit ihren kauend- beißenden Mundwerkzeugen zerkleinern. Durch einschleppen von Keimen und durch den Verbleib von penetranten, z. T. süßlichen Duftstoffen werden Lebensmittel auch nach dem Abzug der Schaben unbrauchbar.

Erkrankung des Menschen
Schaben sind Überträger von Milzbrand, Salmonellen, Typhus, Shigellosen, Tuberkulose, Pilzerkrankungen und ähnlichen. Sie tragen zum Großteil zum Krankheitsbild des sig. Infektiösen Hospitalismus bei, hierbei erkranken viele Patienten zusätzlich an zahlreichen Erregern, die lediglich im Krankenhaus verbreitet sind. Auch die Ekelwirkung auf den Menschen ist nicht zu unterschätzen. Schaben sind nach dem Bundesseuchengesetz Melde- und Bekämpfungspflichtig.

Bekämpfung
Die Diagnose und Bekämpfung eines Schabenbefalles obliegt in jedem Fall dem Fachmann. Eigene Bekämpfungsversuche führen oftmals zu belasteten Räumlichkeiten und einer erhöhten Schabenpopulation im befallenen Gebiet Biologische Alternativen sind Mittlerweile ebenfalls anerkannt und als sehr wirkungsvoll getestet. So kann bereits im Monitoring und Gelverfahren eine Schabenpopulation völlig beseitigt werden.

Jedoch sollte auch diese Art der Bekämpfung dem Fachmann vorbehalten bleiben.

Bettwanzen

Bettwanze

Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen, Leitungsrohren, hinter Bildern, Bodenleisten, losen Tapeten, unter Matratzen und Schränken. Nachts krabbeln sie ins Bett und stechen zu. Bis zu 40 Wochen kommt die Bettwanze ohne Nahrung aus. Wenn sie ein Opfer gefunden hat, saugt sie in fünf Minuten das Fünffache ihres Körpergewichtes. Der Stich kann unangenehme Folgen haben. Bei empfindlichen Menschen führt der injizierte Speichel zu deutlichen Papeln auf der Haut, die stark jucken und für mehrere Tage bestehen bleiben.

Bettwanze

In Europa ist die Wanze Cimex lectularius die verbreiteteste Art. Sie wird 5-8 Millimeter lang erscheint rotbraun und hat einen sehr flachen Körperbau. Spezialisten mit besonders fein entwickeltem Geruchssinn können die Verwanzung eines Zimmers schon am Duft feststellen.

Der Geruch wird als widerlich süß beschrieben. Verantwortlich dafür ist ein Sekret der Wanzen, das sie aus ihren Stinkdrüsen an den Hüften und Hinterbeinen abgeben. Es dient dazu Fressfeinde abzuwehren. Ein Bettwanzenweibchen legt im Laufe seines Lebens 100-500 Eier. Die Eier werden in den Verstecken mit einer Sekretmasse angekittet. Aus ihnen schlüpfen nach 14 Tagen die Larven, die in ihrem Körperbau den erwachsenen Tieren sehr ähnlich sind. Auch sie saugen Blut.

Birkenwanzen / Brutwanzen

Brutwanze

Die Fleckige Brutwanze (Elasmucha grisea) gehört zur Familie der Bauchkiel- oder Stachelwanzen (Acanthosomatidae). Der Name bezieht sich wohl auf die nahezu stachelförmige Verlängerung des dreieckigen Rückenschildchens. Stachelwanzen haben keinen Giftstachel zum Stechen (wie etwa Bienen) und sind diesbezüglich ungefährlich für Menschen.

Die Art ist variabel gefärbt und kann mit graugelber, grünlicher oder rotbrauner Grundfarbe vorkommen. Sie ist auf der Oberseite mit schwarzen Punktgruben übersät und kann bis 9 mm lang werden. Die Art ist häufig und weit verbreitet und lebt auf Birken- und Erlenblättern. Sie kann leicht mit der nahe verwandten und sehr ähnlichen Gezähnten Brutwanze (Elasmucha fieberi) verwechselt werden.

Brutwanze

Auffällig bei der Fleckigen Brutwanze ist, wie der Name bereits andeutet, ihr ausgeprägtes Brutpflegeverhalten. Bald nach der Paarung legt das Weibchen der Fleckigen Brutwanze 30-50 Eier auf die Unterseite eines Blattes und bewacht das Gelege ununterbrochen für 10-15 Tage.

In dieser Zeit nimmt sie keine Nahrung zu sich und verteidigt die Eier gegen Ameisen, Spinnen, Käfer, andere Wanzenarten oder Schlupfwespen, die die Eier zu fressen, auszusaugen oder zu parasitisieren versuchen. Diese Art der Brutfürsorge ist sehr effizient. Man hat bei Untersuchungen herausgefunden, dass bewachte Gelege zu fast 100% überleben, während unbewachte zu 90% zerstört werden. Im Herbst wenn die Nahrungsquelle der Tiere weniger wird und die Außentemperaturen kälter werden, verziehen sich die Erwachsenen Tiere in Gebäude und versuchen sich dort aufzuwärmen. Dabei kommt es häufig vor, dass die Tiere in die Gebäude eindringen und danach in Hohlräumen (Decken, Wände und Kabelschächte etc.) bis zum darauf folgenden Frühjahr einen Unterschlupf suchen. In dieser Zeit nehmen diese Tiere keine Nahrung auf und halten Winterruhe.

Durch das Austreten der Tiere aus den Hohlräumen, kann es zu Belästigungen der Bewohner / Nutzer kommen. Die Dauer der Belästigung richtet sich ganz nach der jahreszeitlichen bedingten Witterung.

Um der Belästigung Einhalt zu gebieten, besteht nur die Möglichkeit, die Tiere mechanisch aufzusammeln und wieder in die Natur zu entlassen.

Braune Wegameise

Braune Wegameise - Lasius brunneus

Braune Wegameise

Die Braune Wegameise (Lasius brunneus) tritt relativ häufig als ernstzunehmender Materialschädling in Gebäuden auf. Der Kopf dieser Art ist hell bronzebraun. Der mittlere Körperabschnitt ist gelblichbraun und der Hinterleib dunkelbraun bis schwarzbraun.

Die Arbeiterinnen erreichen eine Körpergröße von 3 bis 4 mm. Die Braune Wegameise kann in Deutschland überall dort vorkommen, wo es Laubgehölze gibt. Schattige Nadelwälder meidet sie dagegen. Die höchsten Populationsdichten weist die Art in Laubwäldern mit bis zu 23 Völkern pro 100 Quadratmetern auf. Die Nester werden durch Aushöhlen von morschem Holz sowohl im Wurzelbereich von Bäumen, als auch bis vier Meter über dem Erdboden angelegt. Obwohl die Koloniegründung vermutlich durch einzelne Weibchen erfolgt, können bereits länger bestehende Völker mitunter auch mehrere Königinnen enthalten. Die männlichen und weiblichen Geschlechtstiere schwärmen von Ende Mai bis Anfang August. Die Braune Wegameise kommt regelmäßig in Häusern vor, wo sie sowohl morsche, als auch intakte Balken aushöhlt. Gerne bewohnt die Art Zwischendecken, wo sie ihre Nester in Dämmstoffen wie z. B. Styropor anlegt. Die Arbeiterinnen tendieren dazu in Spalten zu laufen und vermeiden es freie Oberflächen zu überqueren. Aus diesem Grund wird diese Art im Haus häufig erst dann wahrgenommen, wenn z. T. große Mengen von geflügelten Männchen und Weibchen das Nest verlassen. Die Braune Wegameise gilt, wie die anderen Holzzerstörenden Ameisenarten auch, als Materialschädling.

Im Gegensatz zur Schwarzgrauen Wegameise siedeln sich vier weitere Ameisenarten direkt im Haus an und können durch das Aushöhlen von Balken bzw. durch das Zerkleinern von Dämmstoffen z. T. große Schäden anrichten. Unabhängig von der Bekämpfung empfiehlt sich daher bei einem Befall durch Holzzerstörende Ameisen die Einschaltung eines Bausachverständigen. Holzzerstörende Ameisenarten sind in Deutschland die Rossameise (Camponotus ligniperda), die Glänzendschwarze Holzameise (Lasius fuliginosus), die Zweifarbige Wegameise (Lasius emarginatus) und die Braune Wegameise (Lasius brunneus).

Die Bekämpfung von Ameisenkolonien, die sich im Haus angesiedelt haben bereitet aus verschiedenen Gründen oft erhebliche Probleme. Außerhalb des Nestes trifft man in der Regel nur die Arbeiterinnen an. Die ausschließliche Bekämpfung dieser Außendiensttiere macht allerdings wenig Sinn, da der Verlust von vergleichsweise wenigen Individuen rasch ausgeglichen werden kann. Das eigentliche Ziel von Bekämpfungsaktionen sollte daher sein die Königin(nen) zu beseitigen, da nur dann das Volk auf lange Sicht aussterben wird. Meist halten sich die Königinnen in dem am besten geschützten - und damit auch unzugänglichsten Teil des Nestes auf. Dies erschwert eine mechanische Bekämpfung, besonders wenn es sich um weit verzweigte Nestanlagen handelt, wie sie z. B. von der Rossameise bekannt sind. Auch eine Bekämpfung mit vergifteten Ködern allein bringt oftmals nicht den gewünschten Erfolg, da Ameisen i. d. R. mehrere Futterquellen nutzen und so nur ein Teil der Tiere vergiftetes Futter aufnimmt.

Welche allgemeinen Empfehlungen können bei der Bekämpfung von holzzerstörenden Ameisenarten gegeben werden?
Zunächst sollte mit Hilfe von Klebefallen die Befallsstärke abgeschätzt und die Lage des Nestes mehr oder weniger genau lokalisiert werden. Sobald feststeht wo sich das Nest befindet können Kontaktinsektizide eingesetzt werden. Als zusätzliche Maßnahme empfiehlt es sich entlang der Ameisenstrassen bzw. in Nestnähe Fraßköder auszulegen. Gleichzeitig müssen Lebensmittel gut verschlossen werden, damit den Tieren keine anderen Nahrungsmittel zur Verfügung stehen. Um festzustellen um welche Holzzerstörende Ameisenart es sich handelt bzw. um das Ausmaß des Befalls abzuschätzen, können Monitoringsysteme eingesetzt werden.

Deutsche Schabe

Deutsche Schabe (Blatella germanica)

Deutsche Schabe

Vorkommen
Tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, Leitungsröhren und Abluftschächten. Befallen sind insbesondere Gebäude, in denen regelmäßig große Mengen Nahrungsabfälle anfallen (Bäckereien, Küchen, Gaststätten, Kantinen und Hotels). Aber auch in privaten Haushalten sind sie insbesondere im Küchen und Sanitärbereich anzutreffen. Bei einschalten von Licht flüchten Sie.

Deutsche Schabe

Biologie
ca. 1, 1 bis 1, 4cm groß, Lehmfarben, mit einer dunkelbraun melierten Vorderbrust. Wie im Bild zu sehen haben Sie lange über den Hinterleib herausragende Flügel. Die Weibchen tragen die blassbraunen Eipakete, die 15 - 56 Eier enthalten könne, etwa 4 Wochen am Körper. Die Larven schlüpfen gleich nach dem Abwerfen des Eipaketes aus.

Nach 2-3 monatiger Entwicklungszeit, in der sich die stecknadelkopfgroßen Jungtiere mehrfach häuten, werden Sie geschlechtsreif. Sie könne auch an Wänden empor laufen und 5 bis 10cm weit springen.

Materialschäden
Da Schaben Allesfresser sind, befallen Sie Nachts jegliches organisches Material (Nahrungsmittel, aber auch feuchte Gewebe, Papier, selbst Leder), da Sie mit ihren kauend- beißenden Mundwerkzeugen zerkleinern. Durch einschleppen von Keimen und durch den Verbleib von penetranten, z. T. süßlichen Duftstoffen werden Lebensmittel auch nach dem Abzug der Schaben unbrauchbar.

Erkrankung des Menschen
Schaben sind Überträger von Milzbrand, Salmonellen, Typhus, Shigellosen, Tuberkulose, Pilzerkrankungen und ähnlichen. Sie tragen zum Großteil zum Krankheitsbild des sig. Infektiösen Hospitalismus bei, hierbei erkranken viele Patienten zusätzlich an zahlreichen Erregern, die lediglich im Krankenhaus verbreitet sind. Auch die Ekelwirkung auf den Menschen ist nicht zu unterschätzen. Schaben sind nach dem Bundesseuchengesetz Melde- und Bekämpfungspflichtig.

Bekämpfung
Die Diagnose und Bekämpfung eines Schabenbefalles obliegt in jedem Fall dem Fachmann. Eigene Bekämpfungsversuche führen oftmals zu belasteten Räumlichkeiten und einer erhöhten Schabenpopulation im befallenen Gebiet. Biologische Alternativen sind Mittlerweile ebenfalls anerkannt und als sehr wirkungsvoll getestet. So kann bereits im Monitoring und Gelverfahren eine Schabenpopulation völlig beseitigt werden. Jedoch sollte auch diese Art der Bekämpfung dem Fachmann

Dörrobstmotte

Dörrobstmotte (Plodia interpunctella)

Dörrobstmotte

Allgemeines:
Die Dörrobstmotte ist ein Lagerschädling mit kosmopolitischer Verbreitung.

Kennzeichen:
Kopf und Brust rötlich, Vorderflügel weiß-gelblich an der Basis und rotbraun auf der restlichen Fläche mit zwei schieferfarbenen Querbändern. Die Hinterflügel sind weißlich oder grau-gelblich.

Größe:
13 - 20 mm Flügelspannweite

Lebensraum:
Lager, Speicher, Warenhäuser, Wohnungen, entwickelt sich auch im Freiland.

Dörrobstmotte

Entwicklung:
Die Raupe ist weißlich bis fleischfarben mit gelblichen Nackenschild und rötlichbraunem Kopf. Die Raupe erzeugt am Nahrungssubstrat ein zähes Gespinst, durch das die Vorräte und Nahrungsmittel ungenießbar werden. Zum Verpuppen kriecht die Raupe in dunkle Ecken, oft weit entfernt vom Nahrungssubstrat. Im Freiland meist nur eine Generation, in beheizten Räumen rasche Generationsfolge.

Futterpflanzen der Raupen:
Getreide, getrocknete Früchte, Sämereien, trockene Pflanzenteile, Nüsse, Mandeln, Schokoladenprodukte.

Verbreitung:
Ganze Welt.

Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner – Ein Forstschädling breitet sich aus

Eichenprozessionsspinner

Was ist der Eichenprozessionsspinner?
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist eine Motte, die von Mitte Juli bis Anfang September aktiv ist. Für den Menschen gefährlich ist sie vor allem während des Raupenstadiums im Mai und Juni, währenddessen die Raupen insgesamt 6 Larvenstadien durchlaufen.

Im 3. Larvenstadium bilden sich toxische Brennhaare aus, die bei Kontakt mit Haut oder Schleimhäuten beim Menschen diverse Krankheitsbilder auslösen können. Den Namen verdanken die Gesundheits- und Pflanzenschädlinge ihrer Gewohnheit, gemeinsam aus ihren Nestern in die Eichenkronen zu prozessieren, um sich dort von Blättern zu ernähren.

Welche Personenkreise/Bereiche können betroffen sein?
Öffentliche Bereiche wie Kindergärten, Schulen, Freibäder, Friedhöfe, Parks, Raststätten, etc.

  • Anwohner und Spaziergänger betroffener Waldgebiete
  • Beschäftigte in und in der Nähe von befallenen Waldgebieten
  • Kinder und Haustiere durch unmittelbare Berührung mit Raupen und deren Nestern
  • Besucher von Freizeitanlagen mit Eichenbaumbeständen
  • Besitzer von Eichen in Gartenanlagen

Warum ist der Eichenprozessionsspinner für den Menschen so gefährlich?
Die Haare der Eichenprozessionsspinnerraupe enthalten das Eiweißgift Thaumetopein. Diese biochemisch wirkende Brennsubstanz dringt bei Kontakt in Haut und Schleimhäute des Menschen ein und löst diverse Krankheitsbilder aus:

  • Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Fieber, Schwindelgefühl bis hin zu allergischen Schockreaktionen.
  • Raupenhaar-Dermatitis: Starker Juckreiz mit häufig insektenstichartigen Blasen, nesselsuchtartigen Quaddeln oderroten Flecken. Die Entzündungen dauern gewöhnlich 4–5 Tage an.
  • Augenentzündungen: Schwere Bindehautentzündungen,
  • Entzündungen der Luftwege

Auf welchen Zeitraum erstreckt sich die Gefährdung?
Nachdem im April und Mai die Raupen geschlüpft sind, beginnen sie Ende Mai bis Anfang Juni Gifthaare auszubilden und gehen in den typischen mehrreihigen Prozessionen auf Wanderschaft.

  • Zwischen Ende Juni und Anfang Juli verpuppen sich die Larven, um schließlich Ende Juli bis Anfang August als unscheinbare, graubraune Schmetterlinge aus den Nestern zu schlüpfen.
  • Der Gefährdungszeitraum des Eichenprozessionsspinners ist ganzjährig, da auch ältere Gespinst- und Häutungsreste die Umgebungsareale kontaminieren und damit die allergene Wirkung der Brennhaare sogar noch über Monate bis hin zu einem Jahr lang anhält.
  • Die vorbeugende Bekämpfung mittels Häutungshemmern setzt an vor dem dritten Häutungsstadium der Raupen, also Ende April bis Mitte Mai.
  • Die Akutbekämpfung mittels Absaugung setzt ein, sobald die Raupen Brennhaare ausbilden, also ab ca. Ende Mai/Anfang Juni.

Die Vorteile des Absaugverfahrens
Das Absaugverfahren kommt zum Einsatz, sobald die Raupen Brennhaare ausbilden, also ab ca. Ende Mai/Anfang Juni. Dabei werden die Nester, in denen sich tagsüber die Raupen aufhalten, mit Spezialausrüstung (Schutzanzug, Hand-, Gesichts-, Atemschutz) abgesaugt, um sie dann fachgerecht zu entsorgen. Eine Entfernung der Gespinstnester durch Abflammen wird nicht empfohlen, da es dabei zu Aufwinden kommt, die zu einer Verwirbelung und damit weiteren Verbreitung der Gifthaare führen. Zudem besteht akute Brandgefahr durch die oftmals trockene pflanzliche Umgebung.

Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass durch die eingesetzten Gasbrenner wertvolle Baumsubstanz zerstört wird. Stattdessen bewährt hat sich:

  • das Absaugverfahren
  • Binden/Verkleben der Gifthaare durch ein Gemisch spezieller Pflanzenöle
  • Sachkundige Entfernung von Raupen, Gespinstnestern inklusive der Gifthaare und Häutungsreste mittels spezieller Absauggeräte
  • Fachgerechte Entsorgung des biogefährlichen Materials in einer Sonderverbrennungsanlage

Im Frühjahr bieten wir Ihnen eine vorbeugende Bekämpfung an - Das Spritzverfahren
Das Spritzverfahren zielt ab auf die ersten drei Entwicklungsstadien des Eichenprozessionsspinners im Frühjahr, in der die Larven noch keine flugfähigen Gifthaare entwickelt haben, meist Ende April bis Mitte Mai. Dabei kommen hoch wirksame Präparate zum Einsatz, die gegen die Schadspezies, jedoch nicht gegen Mensch, Haus-, Wirbel- oder Nutztiere wie z. B. Bienen wirken:

  • Bazillus Thuringiensis – insektentoxischer Bakterium-Extrakt
  • Diflubenzuron – Insekten

Die Präparate werden durch die Larven während der normalen Fraßaktivitäten aufgenommen, die Wirkprinzipien sind unterschiedlich: Eines besteht z. B. in der Hemmung der sog. Chitinsynthese (Häutung), d. h. die Kutikula/Haut der Larven wird nicht neu gebildet, was schließlich zum Tod der Raupen führt.

Wir bedienen uns einer speziellen, praxisbewährten Ausbringungstechnik. Dabei wird das Präparat mittels einer gebläseunterstützten Motorspritze appliziert, eine elektrostatische Aufladung des Spritznebels sorgt zusätzlich für eine verbesserte Blattanheftung. Durch eine Mikrodosierungspumpe kann das Substrat optimal dosiert werden.

Das Gerät ermöglicht einen Aktionsradius von über 30 Metern. Je nach Gelände und Einsatzbedingungen kommen Hubsteiger zum Einsatz.

Essigfliege

Essigfliege / Fruchtfliege - Drosophila melanogaster

Essigfliege / Fruchtfliege

Erkennen: Kleine, nur 2 bis 4 mm große Fliegen. Körper braun bis schwarz, Augen rot. Larven mit feinen Dörnchen.

Entwicklung: Die Weibchen beginnen bereits 24 Stunden nach der Begattung mit der Eiablage. In wenigen Tagen legen sie bis zu 400 Eier ab. Die Larven schlüpfen unmittelbar nach der Eiablage, verpuppen sich nach 5-10 Tagen und beenden das Puppenstadium nach 3 bis 14 Tagen. In 10 Tagen kann eine Generation ihre Entwicklung abgeschlossen haben. Berechnungen ergaben eine Nachkommenschaft eines Weibchens von 16 Millionen Fliegen in 30 Tagen.

Vorkommen: Die Imagines suchen gärende Stoffe oder Flüssigkeiten auf wie Früchte, Fruchtsäfte, Wein, Essig, Bier, Küchenabfälle, Kompost, faulendes Obst. Sie werden auch an Fäkalien angetroffen.

Schäden: Ihre Tendenz zur Massenvermehrung und das ständige Belaufen der Nahrungs- oder Brutsubstrate fördern bei diesen kleinen Fliegen die Möglichkeiten zur Übertragung von Fäulnis- und Krankheitserregern.

Befallsursache: Zur Massenentwicklung kommt es bei unhygienischer Abfallaufbewahrung in Haushalten, im Bereich von Betriebs- oder Gaststättenküchen, ferner in Keltereien, in Essig herstellenden Betrieben, Brauereien, Obstlagern usw.

Gehörnte Mauerbiene

Gehörnte Mauerbiene

Ordnung: Hautflügler

Familie: Bienen

deutscher Name: Gehörnte Mauerbiene

wissenschaftlicher Name: Osmia cornuta

Maßstab: Bildhöhe entspr. 14 mm

Kennzeichen:
Die Behaarung des Hinterleibs einschließlich der Bauchbürste ist rot, die übrige Behaarung schwarz. Das Männchen (siehe Bild oben) ist am Kopf weiß behaart. Die Weibchen haben vorn am Kopf 'Hörner'

Körperlänge: 10 - 15 mm

Lebensraum: Gärten, Parks.

Entwicklung:
Nach der Paarung baut das Weibchen der Gehörnten Mauerbiene baut ihr Nest meist in langgestreckten Hohlräumen. Zunächst wird aus Lehmkügelchen im Hohlraum eine Rückwand gebaut, danach Pollen und Nektar eingetragen, ein Ei darauf abgelegt und die Zelle vorn mit Lehm verschlossen. Danach werden weitere Brutzellen auf gleiche Weise vor die erste Zelle gebaut. Aus den Eiern schlüpfen die Larven und ernähren sich von dem Nahrungsvorrat. Nach einigen Wochen spinnt die Larve in der Brutzelle einen Kokon, in dem sie sich verpuppt. Im Frühjahr schlüpfen die Bienen, wobei die Männchen, die immer aus den vorderen Zellen schlüpfen, etwa 2 Wochen vor den Weibchen fliegen.

Ernährung: Pollen und Nektar.

Verbreitung: Südeuropa, Mitteleuropa (nur in Wärmegebieten).

Gemeiner Holzbock

Gemeiner Holzbock

Herkunft:
Einheimische Art, die sich nur im Freien vermehrt und in der Wohnung von daher nur auf der Haut des Menschen oder im Fell von Haustieren zu finden ist. Auftreten vom Frühjahr bis zum Herbst. Es sind etwa 800 verschiedene Zeckenarten bekannt, von denen nur einige als Krankheitsüberträger gelten.

Beschreibung und Entwicklung:
Die Männchen werden bis 4 mm lang, vollgesogene Weibchen erreichen eine Länge von bis zu 1,5 cm. Die Tiere sind von hellrotbrauner Farbe.

Der Befall erfolgt im Freien. Da die Zecken keine Augen besitzen, lassen sie sich vom Hautgeruch ihres Wirtes angelockt von Gräsern und Sträuchern auf ihn fallen.

Alle drei Entwicklungsstadien saugen Blut, allerdings immer nur einmal, dies jedoch über mehrere Tage hinweg.

Oft werden sie erst spät bemerkt - entweder durch entstehenden Juckreiz oder durch ihren dann beachtlichen, bis zur Erbsengröße anschwellenden Umfang.

Nach dem Saugakt verlassen die Tiere ihren Wirt.

In der freien Natur werden vornehmlich Mäuse und Vögel befallen.

Ein Weibchen legt zwischen 500 und 5000 Eier im Freien ab.

Die Entwicklung der Tiere ist danach sehr temperaturabhängig.

Sie kann in einem halben Jahr abgeschlossen sein, aber durchaus auch mehrere Jahre dauern.

Erkrankungen:
Der Stich und der mehrtägige Saugakt sind schmerzfrei; oft bleibt die Zecke unbemerkt!

Wird eine Zecke bemerkt, so sollte sie sofort(!) entfernt werden.

Wenn eine Zecke entfernt wird, aber ihr Vorderende dabei in der Haut steckenbleibt, kommt es zu einer Vorwölbung der Haut.

Man sollte eine entzündungshemmende Salbe auftragen - nach einigen Tagen lösen sich diese Teile dann meist von selbst.

Bekämpfung:
Wichtig ist es, sich vor Zeckenbefall zu schützen, was durch geschlossene Kleidung etwas möglich ist. Nach einem Aufenthalt im Freien in zeckenreichen Gegenden sollte man seinen Körper auf eventuell vorhandene Zecken hin untersuchen.

Freilaufende Haustiere kann man mit einem sogenannten Ungezieferhalsband schützen, was aber ein gründliches Bürsten des Felles und Absuchen nach Zecken nicht erübrigt.

Die Widerhaken der Mundwerkzeuge der Zecken sind nicht(!) wie eine Schraube angeordnet, sondern gerade.

Daher ist es absolut unsinnig, eine Zecke herausdrehen zu wollen. Es ist besser, das Tier hin- und herzurütteln und dabei herauszuziehen. Es ist falsch, wenn man, wie es früher hieß, die Zecken zuvor mit allerlei Mitteln wie Öl, Klebstoff, Salbe etc. betäuben will.

Das Tier würde erschlaffen und dabei evtl. im Speichel befindliche Borrelien-Erreger in die Stichwunde entlassen; Erreger also, die ansonsten erst nach stundenlangem Saugakt in die Blutbahn kommen können.

Gegen die Borreliose gibt es keinen Impfstoff, wohl aber gegen FSME. Da die FSME aber nicht überall gleich verbreitet ist, empfiehlt es sich, sich über eine evtl. Impfung zuerst eingehend mit dem Arzt des Vertrauens zu beraten - jede Impfung kann auch unerwünschte Nebenwirkungen zeitigen.

Nach einem Zeckenstich in einem FSME-Gebiet sollte man einen Arzt aufsuchen. Der kann Anitkörper impfen und auf diese Weise die Gefahr einer FSME-Infizierung mindern.

Der Holzbock ist Überträger von Krankheiten auf den Menschen:

Zecken-Borreliose
In Deutschland sind etwa 10 bis 20% der Tiere mit diesem Erreger infiziert, der aber erst nach einigen Stunden des Saugaktes über den Speichel der Zecke in die Blutbahn des Menschen gerät.

Deshalb ist sofortige Entfernung der Zecke so wichtig.

Ist eine Infektion eingetreten, verläuft die Borreliose in drei Stadien, wobei im ersten grippeähnliche Zustände auftreten sowie eine wandernde Hautrötung entstehen kann. Später, oft Monate nach dem Stich, kann es zu Störungen des Nervensystems kommen und noch später zu bleibenden Schäden an Gehirn, Nerven, Herz und Gelenken.

Borreliose kann bei rechtzeitigem Erkennen erfolgreich mit Antibiotika behandelt werden. An der Borreliose können auch Haustiere wie Hund oder Pferd erkranken.

Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis = FSME
Hierbei handelt es sich um eine Viruskrankheit, bei der der Gemeine Holzbock sowie seine Larven Überträger sein können. Eine Infektion mit diesen Viren führt zu einer Entzündung des Gehirns und der Hirnhäute.

Einige Tage geschieht nichts, dann kommt es für eins bis acht Tage zu Fieber und grippeähnlichen Krankheitsbildern, die von Müdigkeit, Kopfschmerz etc. begleitet sind. Danach, einige Tage also ohne Symptome, kann die zweite Phase beginnen, bei der schwerste Krankheitssymptome auftreten: hohes Fieber, heftigste Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Sehunschärfe und mehr kann eintreten. Lebensbedrohliche Zustände entstehen dann durch Lähmungen und Herzrhythmusstörungen.

Gemeiner Speckkäfer

Gemeiner Speckkäfer - Dermestes lardarius

Gemeiner Speckkäfer

Allgemeines:
Der Gemeine Speckkäfer gilt wegen seiner gefräßigen Larven als Schädling

Kennzeichen:
Schwarzer Käfer, dessen Flügeldecken in der vorderen Hälfte graugelb behaart sind und 3 kleine schwarze Flecken auf jeder Seite aufweisen.

Länge:
7 - 9,5 mm

Ernährung:
vertrocknete Tierleichen, Federn, tierische Produkte in Lagerhäusern, Wollstoffe, Pelze.

Entwicklung und Ernährung:
ganzjährig weit verbreitet. Die Larve ist stark behaart und wächst bis zu einer Länge von 15 mm heran. Bei Temperaturen ab 16 °C kommt es zur Begattung. Optimal für die Entwicklung der Käfer ist eine Temperatur von 25 °C, sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 65 %. Unter diesen Bedingungen beträgt die Entwicklungsdauer durchschnittlich 48 Tage. In Mitteleuropa ist unter Freilandbedingungen die Ausbildung von nur einer Generation pro Jahr die Regel. Lediglich unter sehr günstigen Bedingungen kann eine zweite Generation auftreten. Unter Freilandbedingungen ernähren sich die Larven hauptsächlich von Aas, wodurch dem Speckkäfer eine wichtige Rolle bei der Beseitigung von Tierkadavern zukommt. In Lagern und Haushaltungen fressen die Larven an Speck, Schinken, Wurst, hartem Käse, Eiernudeln, Trockenfisch, ausgestopften Tieren, Insektensammlungen, Horn, Hufen, Leder und Rohfellen. Da sie in der Lage sind Keratin zu verdauen, können sie sich auch von Federn, Wolle und Fellen ernähren und auf diese Weise Textilien und Pelze zerstören. Zur Verpuppung bohren sich die Larven dann in feste, aber nicht zu harte Materialien wie Holz, Kork, Pappe, Papierlagen, Styropor, Tabakballen oder sogar Mörtel ein. Falls Speckkäfer in Massen auftreten, oder jahrelang nicht bekämpft werden, kann es durch dieses Verhalten auch zu massiven Schäden an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen kommen.

Verbreitung:
Der Gemeine Speckkäfer bereitet ähnliche Probleme wie der zur selben Gattung gehörende dornlose Speckkäfer und gilt daher ebenfalls als Vorrats-, Hygiene- und Materialschädling.

Bekämpfung:
Eine direkte Bekämpfung der Käfer ist durch den Einsatz von Kontaktinsektiziden möglich, die in die Schlupfwinkel der Tiere gesprüht werden müssen. Problematisch ist bei der Bekämpfung von Speckkäfern, dass sich die Larven zur Verpuppung in unzugängliche Hohlräume zurückziehen oder sich sogar in bestimmte, nicht zu harte Materialien (s. o.) einbohren können. Daher sind die Puppen in der Praxis nicht zu bekämpfen. Erst die ausschlüpfenden Imagines können wieder bekämpft werden, wobei im Wohnbereich neben einer mechanischen Bekämpfung nur der Einsatz von einem wirksamen Pyrethrum möglich ist.

Getreideplattkäfer

Getreideplattkäfer

Kennzeichen:
Käfer sind dunkelbraun, schlank und gezahnten Halsschildseitenränder und flugfähig Halsschild hat drei Längsrippen

Länge:
2,5-3,5cm

Lebensraum:
sind Allesfresser und kommen in nahezu allen trockenen Getreideprodukten vor, wie Backwaren, Nudeln, Mehl, Haferflocken, Reis, Grieß, wie auch in Dörrobst, Nüssen usw. Er ist ein häufiger Schädling in Getreidelagern. Der Käfer lebt dort im Abrieb der Körner oder in geschädigten Körnern als Folge von Kornkäferbefall, aber nicht im Korn selber. Er ist weltweit verbreitet. Verpackungen aus Papier oder Textilien können durch ihn zerstört werden.

Verbreitung: Weibchen legt bis zu 300 Eier einzeln oder in Häufchen auf Verpackungen, in ritzen von Mauerwerken, Regalen, usw. Die Larve ist gelblich mit brauner Kopfkapsel, hat braune Flecken auf der Rückseite und benötigt zur Entwicklung hohe Luftfeuchtigkeit, am besten 30 Grad.

Bekämpfung:
Lebensmittel kühl und trocken lagern Befallene Lebensmittel sofort entfernen und vernichten, solche, die scheinbar in Ordnung sind, für drei Tage in die Tiefkühltruhe legen, Vorratsschränke mit dem Staubsauger gründlich saugen (besonders Ritzen und Fugen), neue Vorräte in verschließbaren Gefäßen (Gläser, Dosen) aufbewahren Grundsätzlich gilt: In Vorratsschränken und in unmittelbarer Nähe von Lebensmitteln sollten keine Insektizide eingesetzt werden.

Schaden:
Sowohl die Käfer selbst, als auch ihre Larven ernähren sich von Getreide, Nüssen und anderen kohlehydratreichen Produkten. Das Getreide wird durch den Befall feucht und klumpig. Es lässt sich schlecht mahlen und verliert seine Backfähigkeit. Durch das Aufnagen von Verpackungen ermöglicht der Getreideplattkäfer einen zusätzlichen Befall durch andere Schädlinge. Vor allem Kornkäfer treten oft als Folgeschädlinge auf.

Vorbeugung:
Lebensmittel kühl und trocken lagern. Befallene Lebensmittel sofort entfernen und vernichten; solche, die scheinbar in Ordnung sind, für drei Tage in die Tiefkühltruhe legen und Vorratsschränke mit dem Staubsauger gründlich saugen (besonders Ritzen und Fugen). Neue Vorräte in verschließbaren Gefäßen (Gläser, Dosen) aufbewahren. Grundsätzlich gilt: In Vorratsschränken und in unmittelbarer Nähe von Lebensmitteln sollten keine Insektizide eingesetzt werden.

Fliegen

Fliegen

1 Fliege transportiert bis zu 5 Millionen Keime.
Neben der Belästigung durch Stich (Mücken, Wespen, Stechfliegen) oder bloßen Anflug und Hautkontakt (Stubenfliegen) können Fluginsekten pathogene Mikroorganismen direkt auf Menschen, Haus- und Nutztiere sowie Nutzpflanzen übertragen. Die damit mögliche Schädigung kann auch indirekt verursacht werden über die Verkeimung von Nahrungsmitteln und Gebrauchsgegenständen.

Fliegen

Die große Stubenfliege (Musca domestica), die Stallfliege (Musca stabulans) wie auch Stuhl- und Aas-Besuchende Fleischfliegen (Sarcophaga spec.), Goldfliegen (Lucilia spec.), Glanzfliegen (Phormia spec.) sowie die Schmeißfliegen (Calliphora spec.) gelten als besonders wirkungsvolle Vektoren.

Erreger-Übertragung
Die Verschleppung mikrobieller Erreger ist bei Fliegen zwangsläufig, wobei pro Fliege bis zu fünf Millionen Keime transportiert werden können, darunter so wichtige Erreger wie die von Typhus, Cholera, Ruhr, Kinderlähmung, Lungenentzündung, Maul- und Klauenseuche. Auf geeignetem Substrat vermehren sich Keime sehr rasch. So lässt sich mit Hilfe eines Nährbodens (Blutagar) leicht nachweisen, dass zum Beispiel eine große Stubenfliege eine bakterielle Fußspur zieht.

Die Art der Nahrungsaufnahme einer Stubenfliege fördert die Übertragung von Mikroorganismen gleich in mehrfacher Weise:

  • Durch Herumlaufen auf der Nahrungsoberfläche erfolgt eine “fakultativ taktile” Keimübertragung wie beschrieben.
  • Stubenfliegen wie auch andere Fliegenarten mit einem Tupfrüssel können keine festen Stoffe aufnehmen. Ihr Rüssel sezerniert Verdauungssäfte auf die Nahrung, die eine Verflüssigung und partielle extrakorporale Verdauung besorgen. Diese Nährlösung wird dann aufgetupft. Abbildung stellt den Vorgang schematisch dar.

Schematische Darstellung einer Stubenfliege beim Auftupfen eines verflüssigten und vorverdauten Nahrungspartikels

Praktisch gleichzeitig wird ein Kottröpfchen abgegeben, wobei Keime aus dem Fliegendarm freigesetzt werden. Diesen Übertragungsmodus nennt man “fakultativ exkretorisch”.

Ist ein Nahrungsmittel feucht und eiweißhaltig, wird es zudem zur Eiablage benutzt. Eine große Stubenfliege legt etwa 2000 Eier. Bei geeigneter Temperatur schlüpfen die Maden binnen Stunden.

Die zahlenmäßige Minderung schädlicher Fluginsekten war daher immer schon herausragendes Ziel menschlicher Bemühungen.

Es gehört zum allgemeinen Erfahrungsgut, dass Insekten auf Lichtquellen zufliegen. Jeder kann es an Sommerabenden beobachten. Phototrope Grundstimmung vorausgesetzt, fliegen nachtaktive Insekten jegliche Lichtquellen an, offenes Feuer (Kerzen, Öl-, Gaslampen) und elektrisches Licht jeder für ein Insektenauge wahrnehmbaren spektralen Zusammensetzung.

Tagflieger tun dies nicht in gleichem Ausmaß. Sie werden stärker angelockt, wenn die Lichtquelle Anteile an langwelligem UV-A im Bereich 365 nm abstrahlt. Während für Nachtflieger jede sichtbare Lichtquelle freien Flugraum bedeutet, muss der sich im Licht bewegende Tagflieger ein spezifischeres Signal für freien Flugraum erhalten. Dies eben ist langwelliges UV, welches nur direkt von der Sonne oder als Globalstrahlung aus dem unbedeckten Himmel kommen kann. Viele Fluginsekten haben eine spezifische Anpassung entwickelt: Der UV-empfindliche Rezeptor im Facettenauge zeigt bei 365 nm ein Absorptionsmaximum.

Floh

Floh / Flöhe

Allgemeines
Flöhe (Lat.: Siphonaptera / ältere Namen: Alpaniptera oder Suctoria) gibt es weltweit in ca. 2000-3000 Arten. Hierzulande gibt es ca. 70 verschiedene Arten.

Floh

Folgende Floharten findet man in Wohnungen:

  • Katzenfloh (Katze, Hund, Mensch, Rind, Ratte, ...)
  • Vogelfloh (Taubenfloh & Hühnerfloh, Vögel, Katze, Mensch, ...)
  • Hausmausfloh (Nager)
  • Rattenfloh (Nager)
  • Fledermausfloh (ca. 10 Arten, fast nur Fledermäuse)
  • Menschenfloh (Dachs, Fuchs, Hund, Schwein)
  • Igelfloh (überwiegend am Igel)
  • Pestfloh (in Mitteleuropa praktisch verschwunden)
  • Hundefloh (Hund, Katze, Mensch)

Wichtigste Flohmerkmale

Wichtigste Flohmerkmale:

  • Länge: meist ca. 2-4 mm
  • immer ungeflügelt
  • seitlich abgeflacht
  • hintere Beine verlängert
  • Antennen in Grube
  • Borsten und Kämme
  • hartes Außenskelett
  • Beine an Körper angelegt

Flöhe zeigen ganz allgemein eine geringe Wirtsspezifität: im Test haben von 70 Floharten 42 am Menschen gesaugt. Hingegen besteht eine gewisse Nestspezifität der Larven: z. B. Ratten & Mäuse, Fuchs & Dachs, Eichhörnchen & Krähe. Die Nestspezifität beruht auf der Abhängigkeit der Larven von Luftfeuchtigkeit und diversen organischen Materialien. Affen und die meisten Huftiere (wie Zebras, Giraffen usw.), die ja keine festen Lagerplätze haben, haben keine Flöhe.

Menschen werden daher nur sekundär und gelegentlich von Flöhen heimgesucht. Einen „echten Menschenfloh“ gibt es also gar nicht.


Wie kann es zu einem Floh-Massenbefall kommen?
Die Nachkommenschaft der Flöhe, die in gewissen Vogelnestern leben, vollendet ihre Entwicklung bis zum fertigen Floh erst zu einem Zeitpunkt, zu dem die Vogelbrut längst ausgeflogen ist. Normalerweise würden diese Flöhe nach dem Schlüpfen aus der Puppe bis zum nächsten Frühjahr in ihren Kokons bleiben. Kommt der Mensch mit einem solchen Nest oder einem Nistkasten schon im Spätsommer oder im Herbst in Berührung, so schlüpfen die Flöhe verfrüht aus dem Kokon (Wärme, Erschütterungen) und befallen ihn. In einem einzigen Nistkasten können sich mehrere Tausend Flöhe entwickeln, die im Frühjahr in großen Mengen am Einflugloch auftauchen.


Häufigkeit des Auftretens / Angaben zur Häufigkeit des Katzenflohs:

an Katzen:

  • USA 99 % Katzenflöhe
  • Dänemark 95 % Katzenflöhe
  • Deutschland 100 % Katzenflöhe

an Hunden:

  • USA 90 % Katzenflöhe
  • Dänemark 62 % Katzenflöhe
  • Deutschland 54 % Katzenflöhe

Floh
Floh

Hintergrund für die Zunahme des Katzenflohs:

  • die ursprüngliche Heimat ist der Mittelmeerraum
  • Zunahme des internationalen Reiseverkehr
  • Zentralheizung
  • Zunahme der Haltung von Katzen und Hunden

Zur Unterscheidung von Hunde- und Katzenfloh:

  • Kopf des Katzenflohs flacher als beim Hundefloh
  • Erster Dorn des Kopfkamms beim Katzenfloh länger als beim Hundefloh
  • Auf der Hinterschiene des Katzenflohs findet sich eine zusätzliche Haarborste

Hygieneschädlinge in Europa

Folgen eines Flohstichs:

  • rote, juckende Quaddeln (oft in Reihe)
  • Sekundärinfektionen durch häufiges Kratzen
  • z. T. allergische Reaktionen
  • im Mittelalter Überträger der Pest, heute als Überträger von Infektionskrankheiten in Mitteleuropa ohne Bedeutung
Floh

Übertragung des Gurkenkernbandwurms (Dipylidium caninum) auf Hund und Katze. Flöhe dienen als Zwischenwirt für die Bildung infektionsfähiger Larven („Finnen“). Infizierte Flöhe gelangen in den Darm des Hundes, wo sich der Bandwurm entwickelt. Keine Übertragung der Finnen beim Saugen. Bewegliche Bandwurmglieder mit Eiern („Proglottiden“), welche der Hund mit dem Kot ausscheidet, sind nur für die Flöhe ansteckend. Bandwurmeier werden von den Larven der Flöhe aufgenommen. Gelangt ein infizierter Floh in den Darm des Menschen, entwickelt sich auch ein Bandwurm (bis zu 80cm Länge).


Bekämpfungsmaßnahmen

Prophylaxe:

  • Haustiere sollten entfloht, bzw. vor Flohbefall geschützt werden.
  • Tierlagerstätten und Teppichböden sind sauber zu halten, um das Nahrungsangebot für Flohlarven zu minimieren.
  • Verwilderten Hauskatzen sollte keine Gelegenheit gegeben werden sich in Kellern und Nebengebäuden einzurichten.

Diagnose und Bekämpfung am Tier:

  • direkter Nachwuchs erwachsener Flöhe im Fell
  • „Flohtest“: Flöhe lieben aus unbekanntem Grund Weißes. Mit einem weißen „Schlepptuch“ können Flöhe nachgewiesen werden
  • „Flohkot“ färbt sich auf einem feuchten Tuch rot an
  • Flöhe auf dem Körper von Haustieren können mit Hilfe insektizidhaltiger Halsbänder ferngehalten werden (mit Propoxur, Fipronyl, Deltamethrin)
  • Neuerdings gibt es auch Insektizide, die oral verabreicht, auf die Haut geträufelt oder injiziert werden. Das bietet Schutz für ca. 1 Monat oder länger. Das ist aber Aufgabe eines Veterinärs.

Bekämpfung der Umgebung
Neben der Fellbehandlung müssen auch der Boden und die Lagerstätten behandelt werden. Hier sollten Mittel eingesetzt werden, die die Larvalentwicklung hemmen. Bei der Bekämpfung des Befalls mit Igelflöhen und Vogelflöhen kommt es darauf an, - die Nester zu finden und zu vernichten.

Fruchtfliege

Fruchtfliege / Obstfliege / Essigfliege

Allgemeines
Ca. 3mm groß, gelb/braun bis schwarzer Panzer mit roten Augen, tritt massiv in gärendem Obst und Fruchtsäften auf, mag auch Bier, Wein und Milch. Sie sind nicht nur lästig, sie bringen auch die Getränke durch ihre Verunreinigung schneller zum gären und Obst schneller zum faulen. Fruchtfliegen bekommen sie beim Obst oder Warenkauf quasi gratis dazu und bringen sie so in ihre Wohnung. Die Tiere legen auf Obstschalen ihre Eier ab, die dann innerhalb weniger Tage schlüpfen.

Vorkommen
Bleibt überreifes Obst, gärende Säfte, säurehaltige Lebensmittel, Obsttorten, faulende Kartoffeln, Kaffeesatz und Küchenabfälle, etc. in der Küche oder im Büro liegen, so finden sich bald kleine Fliegen ein, die sich besonders ruhig bewegen. Im Haushalt findet man sie auch an und in Flaschen mit Wein, Milch oder Bier, jedoch meistens zu 90% an Obst und Gemüse, aber auch am Ketchup, Marmelade oder Essig.

Biologie
Kleine, nur ca. 3mm große Fliegen. Körper gelb/braun bis schwarz, - Augen rot. Larven mit kleinen feinen Dörnchen.

Die Weibchen beginnen bereits 24 Stunden nach der Begattung mit der Eiablage. In wenigen Tagen legen Sie bis zu 400 Eier ab. Die Fruchtfliegen legen ihre Eier direkt an die von ihnen bevorzugten Stoffe ab. Unmittelbar danach schlüpfen die nur 3 mm langen Larven, bohren sich ein und sind nach 4-5 Tagen bereit zur Verpuppung. Das Puppenstadium ist nach weiteren 3-4 Tagen beendet und die erwachsenen Fliegen schlüpfen. Die geschlüpften weiblichen Tiere können schon nach 24 Stunden Eier legen. Unter günstigen Bedingungen kann die gesamte Entwicklung in weniger als 10 Tagen erfolgen.

Berechnungen ergeben eine Nachkommenschaft eines Weibchens von 16 Mill. Fliegen in 30 Tagen. Dies ist auch der Grund für plötzliche z. T. sehr starke Populationen. Die Imagines (erwachsene Fliegen) suchen gärende Stoffe oder Flüssigkeiten auf, wie z. B. Früchte, Fruchtsäfte, Wein, Bier, Küchenabfälle, Kompost, faulendes Obst aber auch zu feucht gehaltene Blumenerde oder Hydrokultur, sie werden auch an Fäkalien angetroffen. Ihre Tendenz zur Massenvermehrung und das ständige Belaufen der Nahrungs- oder Brutsubstrate fördern bei diesen kleinen Fliegen die Möglichkeiten zur Übertragung von Fäulnis- und Krankheitserregern. Zur Massenentwicklung kommt es in Haushalten, in Betriebs- oder Gaststättenküchen oder aber auch in Bürobereichen bei unhygienischer Abfalllagerung, unzureichend geschlossenen Müllbehältern, nicht ausreichender Reinigung und ähnlichem. Außerdem aber auch in Keltereien, in Essig herstellenden Betrieben, Brauereien, Obstlagern usw.

Im Alltag können diese Fliegen sehr lästig sein. Die bekanntesten Vertreter dieser Familie sind zweifellos die große Essigfliege(Drosophila funebris) die eine Körperlänge von 3-4 mm erreicht und die kleine Essigfliege (Drosophila fasciata) die nur bis zu 2 mm groß wird.

Als 3. Art soll noch Drosphila replete erwähnt werden, die z. B. in Anlagen moderner Tier-Produktionen an feuchten Stellen bzw. in Abfluss-Schächten und Fettabscheidern zum Teil massenhaft vorkommt. Schwüle und feuchte Witterung begünstigen die Population. Kühle Temperaturen und Kühlhäuser verlangsamen dagegen die Entwicklung, führen jedoch nicht, entgegen der irrtümlichen Meinung, unweigerlich zum Tode der Tiere, Eier oder Larven. Bei Rückführung in wärmere Bereiche wird die Population wieder begünstigt und es kann auch in den Wintermonaten zu Massenvermehrung kommen.

Materialschäden
In Fabriken, Küchen, Gaststätten und Büros können sie für Marmelade, Obst oder Gemüse-Konserven sowie sonstige Lebensmittel ein wirtschaftliches Problem werden, da sich die Eiablage in wenigen Tagen auf bis zu 400 Stück belaufen kann.

Die von den Larven befallenen Lebensmittel werden völlig vernichtet. Neben dieser unmittelbaren Schadwirkung durch Larvenfraß kommt es zu hohen wirtschaftlichen Einbußen infolge der Übertragung von Hefepilzen und Bakterien durch die Imagines, was wiederum bei Verzehr der Lebensmittel ein indirektes Auslösen von Darmerkrankungen infolge von verdorbenen Lebensmitteln zur Folge haben kann.

Vorbeugung
Vorbeugen können Sie am besten, indem sie das Obst nach dem Kauf mit lauwarmen Wasser und einer weichen Bürste gründlich reinigen. So entfernen Sie die Eier von den Schalen. Außerdem sollten Sie das Obst sowie alle offenen Lebensmittel nach Möglichkeit im Kühlschrank oder einen festverschlossenen Behälter aufbewahren.

Eine täglich zweimalige Entleerung des Mülleimers ist zwingend erforderlich, ebenso wie das Lagern von Leergut und Leergutkästen in einem separaten Raum oder Behälter. Damit nehmen Sie den Fliegen ihre Brutplätze und somit die Möglichkeit sich zu vermehren. Aus diesem Grund sollen auch Zimmerpflanzen nicht zu feucht gehalten und Hydrokultur öfter gewechselt bzw. ausgewaschen werden. Wasserabflüsse und Bodenabläufe müssen nach Beendigung der Arbeiten immer mit heißem Wasser gespült werden. Außerhalb der Öffnungszeiten müssen diese, so weit wie möglich, stets geschlossen gehalten sein.

Bekämpfung
Prophylaxe: Bei diesen Fliegen gibt es sehr zahlreiche, meist kleine Arten. Sie vermehren sich sehr schnell. Zur Vorbeugung müssen die Waren, durch die die Fliegen angezogen werden, in geschlossenen Gefäßen so aufbewahrt werden, dass sie von den Fliegen nicht erreicht werden können und eine Eiablage verhindert wird. Stellen Sie ein Glas Apfelsaft, mit einem Schuss Essig oder ein Glas Rotwein auf. Ein Spritzer Spülmittel nimmt der Flüssigkeit die Oberflächenspannung. Die Fliegen, die durch ihr geringes Gewicht normalerweise Wasser belaufen können, werden nun ertrinken. Somit fangen Sie mit dieser „biologischen Falle“ die Fliegen nach und nach weg. Profi-Fruchtfliegenfallen aus dem Handel funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Da sie nur eine kleine Einstiegsöffnung haben, sind sie etwas hygienischer und optisch ansprechender.

Als sehr erfolgreich haben sich auch so genannte gelbe und blaue Leimfolien sowie mit ultraviolettem Licht unterstützte Fliegenlichtfallen (mit Klebefolien) oder Ventilatoren mit Auffangkorb erwiesen.

Für nichtlebensmittelverarbeitende Bereiche können auch UV-Lichtfallen mit Spannungs-Feldern empfohlen werden, in denen die Fliegen durch einen elektrischen Schlag abgetötet werden. Um das Zufliegen zu verhindern, sollten Türen und Fenster mit Fliegengitter gesichert werden, die es mittlerweile in verschiedenen Variationen und Farben gibt.

Als letztes Verfahren gibt es noch die chemische Bekämpfung. Diese sollte jedoch nur von einem geprüften Schädlingsbekämpfer ausgeführt werden und unterliegt strengsten Bestimmungen. Diese chemische Bekämpfung darf nur nach dem neuesten Stand der Technik durchgeführt werden und ist auch nur dann in Erwägung zu ziehen, wenn alle anderen biologisch-mechanischen Verfahren und Strategien sowie Vorbeugemaßnahmen, wie oben erwähnt, nicht zum Erfolg geführt haben.

Anschließende Dekontaminationsmaßnahmen sind zwingend erforderlich und zu erfüllen.

Hausbock

Der Hausbock, Hylotrupes bajulus (L.)

Der Hausbock (Hylotrupes bajulus) ist "der" Zerstörer von Bauholz (Splintholz aller gängigen Nadelholzarten) , gegen den an dem bei uns sehr verbreitet verbauten und am meisten gefährdeten Fichtenholz ein vorbeugender chemischer Holzschutz für tragende und aussteifende Bauteile durchgeführt wird.

Hausbock

Wie unsere langjährigen Erfahrungen bei Ortsbesichtigungen und bei der Beantwortung von Anfragen zeigen, kann er durchaus "Totalschäden" in Dachstühlen anrichten, wie das linke Bild eines völlig zerstörten Balken augenscheinlich belegen soll.

Oft werden aber auch unsinnige Bekämpfungsmaßnahmen durchgeführt. Wenn der Befall so stark ist, dass der Dachstuhl ohnehin ersetzt werden muss, oder wenn er schon erloschen, sehr schwach oder auf sehr altem Holz (ab 100 Jahren) mangels nötiger Holzinhaltsstoffe (z. B. Eiweiße) ohne rechte Entwicklungsperspektiven ist; manchmal sogar, wenn gar kein Hausbock da ist, sondern nur alte Scheibenbockspuren oder Holzwespenlöcher.

Es ist nötig, Holzalter und Befallsintensität vor einer Bekämpfung abwägend zu beurteilen. Ein Neubefall von bis dahin nicht befallenem Holz ab ca. 60 Jahren ist zumindest statistisch sehr selten und ist daher als unwahrscheinlich anzunehmen, was einen späteren vorbeugenden Holzschutz bestimmungsgemäß als grundlos ausschließt. Bis dahin unbefallenes Holz ab 100 Jahren ist kaum mehr gefährdet, ab 140 Jahren ist ein Befall die absolute Ausnahme und erlangt stets als Einzelfall ganz besondere Beachtung.

Eine unverbaute alte Holzkonstruktion mit geschlossenen bedeckter "Jahrhundertstaubablagerung" gibt dem Hausbock keine einladende Möglichkeit Eier abzusetzen. Reparaturarbeiten an älteren Holzkonstruktionen mit größeren Querschnitten können jedoch zu frischen Anschnittstellen führen, die - wenn noch die nötigen Holzinhaltstoffe ausreichend vorhanden sind - sehr wohl ein neues Einfallstor für einen Befall bilden können. Frisches Reparaturholz flankiert diese Befallsmöglichkeit.

Hausbock

Der Hausbock ist meistens unscheinbar, ein ovales Ausflugloch 5-7-10 mm zeigt, hier ist er anzutreffen.

Hausbock

Und so sieht es darunter aus, ein zerstörter Deckenbalken, rechts ein ovales Ausflugloch.

Eine aufwändige Bekämpfung des zweiten weit verbreiteten Holzzerstörers, der sich in Dachstühlen gar nicht so wohl fühlt, nämlich des Nagekäfers (= "Holzwurm´", Anobium punctatum) ist selten gerechtfertigt. Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Fragen für die Praxis beantworten:

Woran erkennt man einen Hausbockbefall?

Wie kann man einen Befall durch den Hausbock verhindern?

Was tun, wenn man die Spuren des Hausbocks findet?

Woran erkennt man einen Hausbockbefall?

Hausbock

Über 100 Jahre altes Kiefernrundholz in der russischen Siedlung Alexandrowka in Potsdam

Oft ist er gar nicht recht zu bemerken: Das Bild links zeigt ein über 100 Jahre altes Kiefernrundholz in der russischen Siedlung Alexandrowka in Potsdam. Oben rechts erkennt man zwei kleine Löcher. Darunter ist (nur!) das hellgrau verwitterte Splintholz zerstört!

Die Larven des Käfers, der seine Eier in Holzrisse legt, brauchen 3 bis 6, manchmal auch bis zu 12 Jahre für die Entwicklung zum fertigen Vollinsekt (Imago).

Nach der langen Fraßzeit als Larve im Holz und der am Ende folgenden Verpuppung (Verwandlung der Larve zum Käfer), verlassen die fertigen Hausbockkäfer nun durch die charakteristischen ovalen Löcher mit einem Längsdurchmesser von 5 bis 10 mm das Holz, um sich fortzupflanzen.

Hausbock

Auch ein Indiz auf einen vorausgegangenen Hausbockbefall: Die Schnabelhiebe des Spechtes zeigen den Befallsbereich am Querschnitt des Dachsparrenkopf an, nur der Kern ist nicht schmackhaft genug.

Hausbock

Nach Anreißen der Holzoberfläche kommt der bereits vermulmte Befallsbereich ans Tageslicht. Durch weitere Bearbeitung kann dann der noch nicht befallene tragende Restquerschnitt ermittelt werden.

Bis zu diesem Zeitpunkt kann man (vor allem im Sommerhalbjahr) nur die charakteristischen Nagegeräusche (wie wenn man mit den Fingernägelkanten von Daumen und Mittelfinger aneinander kratzt) hören und manchmal auch oberflächliche Aufwölbungen (wie Krampfadern unter der Holzhaut) sehen.

Hausbock

Der Hausbock hat diesen Dachausbau leider stillgelegt. Die nun nachträgliche Untersuchung wäre doch wohl vor dem Kauf besser gewesen.

Hausbock

Das Fraßbild der Hausbocklarve erzeugt am Holz typische Riffelmarken, weil sich die Larve beim Fressen auch zu den Seiten hin bewegt.

Wenn man die befallenen Balken anreißt oder sie mit der Axt an der Kante anschlägt, durchbricht man leicht die unversehrte Oberfläche und stößt auf ein Gewirr von mit staubendem Bohrmehl gefüllten Gängen (siehe Bild ganz oben) mit den typischen Rippelmarken an den Fraßgangwänden, (siehe Bild oben rechts)

Da eine einzelne Larve im Laufe ihres mehrjährigen Lebens eine große Menge Holz verwertet, ist es auch bei starken Zerstörungen zunächst nicht einfach, ein Exemplar des Übeltäters im Holz zu finden. Wenn man "Glück" hat, begegnen einem in der Flugzeit (Juni bis August) eher die aus der Puppenwiege geschlüpften Vollinsekten, nun als Käfer, die dann nichts anderes zu tun haben, als sich zu begatten und bis 300 neue Eier abzulegen aus denen nach 2-3 Wochen die Eilarven schlüpfen, um sich sogleich ins Holz einzufressen.

Wie kann man einen Befall durch den Hausbock verhindern?

Da Belastungen von Bauholz mit Holzschutzmitteln aus gesundheitlichen und ökologischen Gründen minimiert werden sollten, fordert die DIN 68 800 seit Mai 1996 den Vorrang des baulichen Holzschutzes. Schutzmaßnahmen sind nur entsprechend der jeweiligen Gefährdungsklassen durchzuführen. Eine Gefährdung von Holzkonstruktionen durch Pilzbefall (Gefährdungsklasse 2) wird in modernen Wohnhäusern in Holzrahmenbauweise üblicherweise nur bei Schwellen im Fundamentbereich gesehen.

Modernes Wohnhaus in Holzrahmenbauweise

Die Gefährdung durch Insekten darf man ausschließen, wenn die Holzkonstruktion für diese unzugänglich "umhüllt" wird (siehe oben) oder das Holz für eine regelmäßige Kontrolle zugänglich ist. Ergänzend (zur Sicherheit) oder alternativ kann man Holzarten mit farbigem Kern (mit maximal 10 % Splintanteil) verwenden, die weder vom Hausbock noch vom Nagekäfer befallen werden.

Wenn die konstruktiven Schutzmaßnahmen nicht möglich sind und durch eine entsprechende Holzartenwahl nicht vorgebeugt werden kann, muss man auf die "klassische Verhütungsmethode", den vorbeugenden chemischen Holzschutz zurückgreifen, wie er dann für tragende und aussteifende Holzbauteile im Baurecht zwingend vorgeschrieben ist. In der Praxis wird diese Behandlung allerdings oft sehr unzureichend durchgeführt.

Auf die Risse kommt es dem Hausbock an !

In das zumeist verwendete Fichtenholz dringt das Holzschutzmittel wegen der kurzen Tränkung ohnehin nur wenige Millimeter ein, so dass ausgerechnet die oft erst später entstehenden Trocknungsrisse ungeschützt sind. Die eigentlich vorgeschriebene Nachbehandlung dieser Risse und eventueller Schnittstellen wird in der Praxis höchst selten durchgeführt.

Hausbock

Aber gerade dort, und nur in (frischen, ungeschützten) Rissen legt ein Hausbockweibchen, nach dem es vom Männchen durch Lockstoffe dort hingeleitet wird, ihre Eier ab.

Um an rissgefährdeten größeren Quersschnitten hier Risiken zu minimieren, sollten Sie möglichst rissarmes und (außerdem) technisch getrocknetes Bauholz verwenden, zum Beispiel Konstruktionsvollholz oder Brettschichtholz. Als ungefährdet darf man diese Hölzer allerdings auch nicht ansehen, denn Risse kommen auch hier bisweilen vor. Für Berichte über Schadensfälle an solchem Holz moderner Konstruktionen wären wir sehr dankbar, da Erfahrungen dazu noch gering sind.

Zimmerleute sollten es als Werbung für sich nutzen, wenn sie Ihren alten Auftraggeber nach einem Jahr zu einer Risskontrolle besuchen, um dabei neue Risse nachzuschützen.

Was tun, wenn man die Spuren des Hausbocks findet?

Zunächst: Keine Panik! In vielen Fällen handelt es sich um die Spuren (verbliebene Schäden) eines früheren Befalls, besonders, wenn lichtzugewandte Ausbohrlöcher schon grau und eingestaubt sind. Wenn an freigelegten Fassadenholzbauteilen aus Ausflugslöchern in den Monaten Mai bis Juli frisches Bohrmehl ausgestoßen wird, kann dies u. U. auch auf Grabwespen oder Mauerbienen zurückzuführen sein. Diese Insekten sind keine Holzzerstörer. Ihnen dienen alte, vom Bohrmehl gereinigte Fraßgänge zur Eiablage und zur Aufzucht der Brut. (siehe auch: Lignatec 14/2001, S. 13). Ausfluglöcher sind aber nicht allein an der Farbe als frisch zu erkennen, denn wo lagebedingt kein Licht hinfällt, verfälscht der Eindruck.

Das Ist ganz frisch, helles Nagsel an gut belichteter Stelle

Wenn Sie aber die oben erwähnten Geräusche hören oder sogar die Käfer herumfliegen sehen (Hausbock-Bild) ist durch einen Sachverständigen für Holzschutz festzustellen, ob eine Bekämpfung notwendig ist. (Merksatz: Ohne Befallsnachweis keine Bekämpfung!) Eine Bekämpfung ist z. B. dann nicht nötig, wenn das verbliebene unzerstörte Holz nicht mehr tragfähig genug ist (Statiker hinzuziehen!) oder wenn das Holz schon sehr alt ist und damit für den Hausbock kaum noch verwertbar ist. Alle Zweifelsfälle müssen durch den Sachverständigen für Holzschutz belegt werden, damit der Bauherr vor unnötigen Ausgaben bewahrt wird. Der Sachverständige sollte frei von gewerblichem Interesse sein.

Auf jeden Fall ist ein Hausbockbefall immer großflächig anzunehmen und daher ist der Untersuchungsbereich auf die gesamte Holzkonstruktion auszudehnen, auch die Deckenbalken.

Dieser Sparren musste ersetzt werden ! Tatsächlich wurde er bei einer "Hausbockbekämpfung" wegen "zu hohem Aufwand" im ausgebauten Dachgeschoss tragend belassen. 12 cm Durchbiegung und eine Verformung der Dachkonstruktion sowie eine erneute "aufwendigere" Baumaßnahme waren dann die Folgen.

Bei einer ordnungsgemäßen chemischen Bekämpfung durch ein Fachunternehmen (siehe: http://www.dhbv.de/) oder auch in Eigenregie ist normalerweise alles befallene, vermulmte Holz bis auf den gesunden Querschnitt zu entfernen (bebeilen) und die Oberfläche dann mit einer Drahtbürste von allen losen Teilen zu befreien. Ohne dies wäre keine wirksame Tränkung möglich. Je nach Holzschutzmittel ist eine ausreichende Holzfeuchte durch Wässern herzustellen. Dabei sind Tenside (Spülmittel) als Wasserzusatz hilfreich. Holzschutzmittel auf Glykolbasis bedürfen dem nicht.

Hierbei ist gleich, am Beginn zu überlegen, ob die Restquerschnitte überhaupt reichen - sonst ist ein neues Dach sowieso nötig. Alles Weitere wäre unnötige Geldausgabe...

Bei Deckenbalken, die nur von einer Seite aus zugänglich sind, ist nur die Bohrlochtränkung, Druckinjektion oder ein sonstige geeignete Sonderbehandlung möglich.

Holzbock

Dieser Sparren musste ersetzt werden! Tatsächlich wurde er bei einer "Hausbockbekämpfung" wegen "zu hohem Aufwand" im ausgebauten Dachgeschoss tragend belassen. 12 cm Durchbiegung und eine Verformung der Dachkonstruktion sowie eine erneute "aufwendigere" Baumaßnahme waren dann die Folgen.

Bei ausgebauten Dachgeschossen ist es erforderlich, die Ziegel aufzunehmen, um mindestens dreiseitig, z. B. an die Sparren heranzukommen.

Bei der sehr gut wirksamen Bekämpfung im Heißluftverfahren (nur im Sommer sinnvoll) ist der Auftraggeber über die Möglichkeit eines Wiederbefalls aufzuklären. Nach Abwägung wird u. U. auch hier eine dann aber nur "vorbeugende" chemische Schutzmaßnahme nötig. Die Prozedur ist dann gleichermaßen und ist immer großflächig auf den gesamten Dachbereich angelegt.

Begasungen kommen heute i.d.R. aus Kostengründen an Wohngebäuden nicht in Frage.

Verwechselung: Der Holzbock, Ixodes ricinus (L.)

Im Wort oft verwechselt wird der Hausbock mit dem Gemeinen Holzbock, Ixodes ricinus (L.), einer häufig in Wald und Feld anzutreffenden heimischen Zeckenart. Diese Zecken können Viruskrankheiten wie FSME (Frühsommer-Meningo-Enzephalitis) und Borreliose ("Lyme Disease") übertragen.

Die Vorgehensweise der Larven, um an eine nötige Blutmahlzeit bei Mensch und Tier zu gelangen, ist immer gleich. Sie lassen sich nach langem, geduldigem Warten von Gräsern und Sträuchern auf ihren Wirt fallen, durch krabbeln die Haare und beißen sich auf der Haut ein. Erst wenn sie voll gesogen sind, auf die Größe einer dicken Erbse, lasen sie wieder ab. Je nach Wirt, kann das schon nach Stunden manchmal erst nach Tagen geschehen.

Mitbringsel aus warmen Gefilden ?
"Hausbockdoppelgänger"

Man ist stets unvorbereitet und überrascht, eines Tages der berühmten Ausnahme von der Regel zu begegnen. So kam uns dann eines Tages ein "Hausbockbefall" an einem Karteikasten, einem Möbelstück aus Buche auf den Tisch. Eine noch enthaltene, zuvor darin noch lebend gefundene Larve bestätigte den aktiven Befall. Anhand der Befallsmerkmale wurde Hausbock bestimmt. Aber der Hausbock befällt ja eigentlich nur Nadelholz? Nicht auszuschließen war z. B. eine mögliche Einotablage.

Die Larvenmerkmale am Kadaver entsprachen denen des Hausbocks. Auf die Möglichkeit einer Fehldiagnose hingewiesen, kam nun später die Geschichte des Möbels ins Visier. Hatte der Karteikasten seine Herkunft etwa aus Warmgebieten in Nordafrika, Nordwestasien, aus dem Mittelmeer- oder Schwarzmeerraum, käme hier als "Hausbockdoppelgänger" Hesperophanes cinereus (Villers), volkstümlich: "Hausbock der Laubhölzer" in Frage.

Hesperophanes cinereus benötigt ein stets warmes Klima und hat als reines Trockenholzinsekt einen ca. 2-3 jährigen Zyklus. Tatsächlich war das Möbel gerade 3 Jahre alt und stammte von einem Bürobedarfgroßhändler, der "aus aller Welt" beliefert wurde. Eine Herstellung und Import aus südlichen Ländern war nicht auszuschließen. Ob es nun die Ausnahme der Regel oder der Doppelgänger aus dem Orient war, wer weiß es...

Im Nachfolgenden die Befallsbilder dazu:

Holzbock

Die Holzoberfläche zeigt (im Gegenlicht spiegelnd) "Spiegelstriche". Daran ist als Holzart Buche erkennbar. Die äußere Holzoberfläche ist intakt. Holzfeuchte: 8%

Holzbock

Die innere Kehrseite des gleichen Holzteils. An der Schubfachleiste des Möbelstücks, sind Befallsspuren wie die des Hausbocks erkennbar.

Holzbock

Im Detail die Fraßgänge mit dem wie beim Hausbock typischen Platzfraß und losem Nagsel.

Holzbock

Das Nagsel in der Nahaufnahme zeigt die wie beim Hausbock typischen tonnenähnliche Kotform.

Hausmaus

Biologie der Hausmaus
Die Hausmaus (Mus musculus) soll schon seit den ältesten Zeiten der treueste Genosse des Menschen gewesen sein. Bereits Aristoteles, Plinius und Albertus Magnus kennen sie genau.

Hausmaus

Gegenwärtig ist sie über die ganze Erde verbreitet. Sie wanderte mit dem Menschen und folgte ihm bis in den höchsten Norden und bis in die höchstgelegenen Alphütten. Ihre Aufenthaltsorte sind alle Teile der menschlichen Wohnungen. Auf dem Lande haust sie zeitweilig auch im Freien, d.h. im Garten oder in den nächsten Feldern und Wäldchen, in der Stadt beschränkt sie sich auf das Wohnhaus und seine Nebengebäude. Hier bietet ihr jede Ritze, jede Höhle, jeder Winkel, in dem sie sich verstecken kann, genügend Obdach und von hier aus unternimmt sie ihre Streifzüge. Mit größter Schnelligkeit rennt sie auf dem Boden dahin, klettert vortrefflich, springt ziemlich weit und hüpft oft längere Zeit nacheinander in kurzen Sätzen fort. Das Schwimmen versteht sie auch, obwohl sie nur im höchsten Notfall in das Wasser geht. Ihr Geruchs- und Gehörsinn sind gut entwickelt (hohe Töne bis 40000 Hertz).

Man kann sich schwerlich ein naschhafteres Geschöpf denken als eine Hausmaus, welche über eine gut gespickte Speisekammer verfügen kann. Sie sucht sich sicher immer die besten Bissen aus und beweist dadurch auf das schlagendste, dass der Sinn des Geschmackes bei ihr vortrefflich entwickelt ist. Süßigkeiten aller Art, Milch, Fleischspeisen, Käse, Fette, Früchte und Körner (Getreide und Getreideprodukte) werden von ihr unbedingt bevorzugt, und wo sie die Wahl hat, kürt sie sich unter dem Guten immer das Beste.

Hausmaus

Die spitzen Nagezähne kommen hinzu, um sie verhasst zu machen. Wo sie etwas Genießbares wittert, weiß sie sich einen Zugang zu verschaffen, und es kommt ihr nicht darauf an, eine oder mehrere Nächte angestrengt zu arbeiten und selbst feste, starke Türen zu durchnagen. Findet sie viel Nahrung, welche ihr besonders mundet, so trägt sie sich auch noch einen Vorrat davon in ihre Schlupfwinkel und sammelt mit der Hast eines Geizigen zur Vermehrung ihrer Schätze. Sie hinterlässt ständig Urin- und Kotspuren während ihrer Streifzüge und während der Nahrungsaufnahme.

Die Hausmaus vermehrt sich außerordentlich stark. Sie wirft 22-24 Tage nach der Paarung vier bis sechs, nicht selten aber auch acht Junge und in Jahresfrist sicherlich fünf bis sechsmal, so dass die Nachkommenschaft eines Jahres mindestens bis zu 1000 Stück betragen kann. Die Jungen sind, wenn sie zur Welt kommen, außerordentlich klein, wachsen aber rasch heran. Sie kommen als Nesthocker zur Welt und beginnen um den 16. Tag selbständig zu fressen.

Wilde Hausmäuse leben sozial in kleinen Verbänden (Großfamilien). Jede dieser Großfamilien besitzt ein gemeinsames Wohngebiet. Die Tiere können in diesem Wohngebiet zwar einzeln leben und nisten, aber kein eigenes Revier bilden. Innerhalb der Großfamilie werden intensive Sozialkontakte gepflegt, beispielsweise gemeinsame Aufzucht der Jungen durch mehrere Mütter und gegenseitiges Putzen. Während die Weibchen sehr verträglich gegenüber Artgenossen sind, entwickeln die erwachsenen Männchen ein ausgeprägtes Revierverhalten, das zu Rangkämpfen mit männlichen Rivalen führt, die bei fehlender Rückzugsmöglichkeit für den Unterlegenen tödlich verlaufen können.

Biologische Daten

Körpermasse

20-35 g, max. bis 50 g

Körpertemperatur

35-39°C (nach D.Späni)

Kopf-Rumpf-Lage

5-10 cm

Schwanzlänge

8-10 cm

Atemfrequenz

durchschnittlich 163 (84-230) Respirationen/min.

Herzschlagfrequenz

300-800 Schläge/min.

Blutdruck

120/75 mm Hg

Geschlechtsreife

M 28.-35. Tag, W ca. 35. (28.-49.) Tag

Zuchtreife

56.-70. Tag

Zuchteinsatzdauer

9 Monate

BrunstZyklus

alle 4-5 Tage f. ca. 13 Stunden i.d.R. in d. Dunkelphase (Nacht)

Tragzeit

18-21 Tage

Wurfgröße

3-12, in Einzelfällen bis 20 Junge

Absetzalter

18.-21. Tag

Absetzgewicht

durchschnittlich 10 (8-14) g

Futteraufnahme

3-6 g / 24 Std.

Wasseraufnahme

4-7 ml / 24 Std.

Urinmenge

1-3 ml

Chromosomenzahl (2n)

40

Lebensdauer

1, 5 – 2, max. 3 Jahre

Holzbock

Der Holzbock (großer Holzwurm)

Der Hausbock ist in fast ganz Europa und Kleinasien verbreitet. Er fehlt lediglich in Irland und dem hohen Norden. Nur vereinzelt tritt er in den wärmeren Landesteilen von Norwegen, Finnland und England auf. Hylotrupes bajulus wurde nach Südafrika, Südamerika und die USA verschleppt.

Großer Holzwurm

Er ist somit einer der bedeutendsten Schädlinge an Nadelholz in Mitteleuropa. In Gebäuden wird er vorrangig in Dachkonstruktionen schädlich. Im Freien befällt er auch Leitungsmasten und Pfähle, ab 50 cm oberhalb der Erdgrenze. Im Kiefernholz wird nur der Splintanteil bevorzugt. Bei den Reifhölzern (Fichte und Tanne) wird auch der "Kern" nicht verschmäht. Die Befallswahrscheinlichkeit des Holzes nimmt im Laufe von 20 - 30 Jahren ab. Lehrmeinungen besagen, dass Bauholz, älter als 60 Jahre, kaum mehr befallen wird. Dennoch wurden in den letzten Jahren bei eigenen Untersuchungen in barockem Dachgebälk Brandenburger Kirchen und in Thüringen mehrfach in mittelalterlichen Fachwerkhäusern Neubefall beobachtet.

Biologie des Hausbocks
Die Flugzeit der Kerfe dauert von Mitte Juni bis Ende August. Die befruchteten Eier werden in Rissen des Holzes abgelegt. Das attraktivste Holz sind die jungen Bauhölzer mit einem hohen Pinen- und Caranen-Gehalt (bizyklische Terpene). Laubholz und ganz frische Hölzer (nasses Holz gem. DIN 1052) werden gemieden. Mit zunehmendem Alter nimmt der Gehalt dieser Inhaltsstoffe ab. Die Dauer der Entwicklungszeit der Larven ist von den Feuchtigkeits-, Temperatur und Nährstoffverhältnissen abhängig. Unter optimalen Bedingungen ist ein Vollinsekt nach 2 - 3 Jahren entwickelt. Bei sehr ungünstigen Entwicklungsbedingungen, z. B. dauerhaft geringe Holzfeuchtigkeit (min. 8 - 10% Holzfeuchte) kann eine Entwicklungs-Zyklus bis zu 10 Jahren dauern. Optimal sind Temperaturen zwischen 28- 30 °C und eine Holzfeuchte um den Fasersättigungsbereich. Nicht umsonst sind in Kaltdächern Dachbalken in Schornsteinnähe stärker befallen, da hier eine durchschnittlich länger begünstigende Temperatur herrscht. Häufiger ist der Hausbock in feuchteren Klimaten, so in See- und Flussnähe und in nebelreichen Gebieten verbreitet. Daraus ergibt sich auch eine markante Tendenz zwischen Süd- und Norddeutschland. Auffällig höher sind auch Schäden in unausgebauten Dachböden (Kaltdach) wo Wäsche getrocknet wird.

Die reifen Larven verpuppen sich im Frühjahr. Bevor es dazu kommt müssen sie sich ein Ausflugloch nagen. Die Kerfe werden in Abhängigkeit vom Geschlecht 7 bis 21 mm groß. Die Männchen sind kleiner als die Weibchen.

Die Käfer sind Blütenbesucher und haben eine Lebenserwartung von 2-4 Wochen. Bei warmen Wetter legen die Weibchen um 200- 400 Eier in Form von 3-7 Gelegen (a 30-160 Eier) tief in schmale Holzrisse ab. Die Eizeit hängt stark von der Temperatur ab und liegt etwa bei 2-3 Wochen. Nach etwa 2-3 Wochen schlüpfen die Larven.

Hornissen

Hornissen
  • Ordnung: Hautflügler
  • Familie: Faltenwespen
  • deutscher Name: Hornisse
  • wissenschaftlicher Name: Vespa crabro

Allgemeines:
Hornissen stehen in Deutschland unter Naturschutz. Ein Hornissenstich ist nicht gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich. Hornissen sind aber weit weniger aggressiv als Wespen. Flugzeit April bis Oktober.

Kennzeichen:
Sehr große Wespe mit schwarz und rot gefärbtem Thorax. Der Hinterleib ist oben und unten schwarz, rot und gelb gefärbt. Die Hornissen haben sehr breite Schläfen und ein einfarbig gelbes Kopfschild.

Körperlänge:
Königin 23 - 35 mm, Arbeiterin 18 - 24 mm, Männchen 21 - 28 mm

Entwicklung:
Im Frühjahr wird durch ein befruchtetes Weibchen, die Königin, ein Nest gegründet. Zunächst beschäftigt sie sich selbst mit dem Bau der ersten Zellen und füttert die Larven, später übernehmen das die Arbeiterinnen. Das Nest wird aus morschem Holz gefertigt. Schließlich erreicht das Volk eine Stärke von bis zu 1000 Hornissen. Die Arbeiterinnen fliegen bis September/Oktober und gehen dann zugrunde. Nur die jungen begatteten Weibchen überwintern, um Im Folgenden Jahr einen neuen Staat zu begründen.

Ernährung:
Als Nahrung dienen Fliegen, aber auch Wespen oder Honigbienen. Ein voll entwickeltes Hornissenvolk kann pro Tag etwa 0, 5 kg Insekten erbeuten. Sie lieben auch süße Säfte oder gärendes Fallobst.

Verbreitung:
Mitteleuropa, USA, Kanada

Alle staatenbildenden Wespenarten (also auch die Hornisse) reagieren auf vermeintliche oder tatsächliche Störungen im unmittelbaren Nestbereich mit Attacken.

Trotzdem kann von einer natürlichen Aggressivität dieser Tiere - entgegen der weit verbreiteten Meinung - keine Rede sein. Außerhalb des Nestbereiches, ab einem Umkreis von drei bis vier Metern, sind von Wespen und Hornissen keine Angriffe zu befürchten.

Kellerasseln

Weiße Asseln

Die Kellerassel (Porcellio scaber) ist ein schiefergrau bis gelbgrau gefärbtes plattes Krebstier. Ausgewachsen sind die Kellerasseln etwa 15 mm lang. Sie benötigen zum Überleben hohe Luftfeuchtigkeit, weil sie über spezialisierte Trocken-Kiemen atmen. Asseln zeichnen sich durch eine besondere Art der Brutpflege aus. Die Asselweibchen tragen die befruchteten Eier und später dann die frisch geschlüpften Jungen in einem mit Flüssigkeit gefüllten Brutraum auf ihrer Bauchseite mit sich herum. Die Jungtiere sind zunächst weiß, häuten sich dann mehrmals, sind nach ungefähr drei Monaten ausgewachsen und leben dann mehrere Jahre.

Kellerassel

Vorbeugende Maßnahmen und Kontrolle:

  • Asseln mit halbierten, fauligen Kartoffeln anlocken und dann nach draußen befördern
  • Einen Blumentopf aus Ton mit gekochten Kartoffeln füllen und mit der Öffnung gegen eine Wand lehnen. Wenn die Asseln in dem Topf sitzen, kann man sie leicht nach draußen bringen
  • Finden sich viele Asseln an einer Stelle, so kann man sie einfach auffegen und z. B. auf den Kompost transportieren

Grundsätzlich gilt:

  • Räume trocken halten
  • Räume regelmäßig reinigen und Tiere entfernen, dadurch kann ein Massenauftreten verhindert werden
  • Gebrauch von Insektiziden (Spezialspray, Ungezieferköderdose)

Kleidermotte

Kleidermotte (Tineola biselliella)

Kleidermotte

Kurzbiographie
Die Kleidermotte ist 4-9 mm lang. Die Vorderflügel sind gelb und glänzend, die Hinterflügel sind heller. Die Spannweite beträgt 14 mm. Das Weibchen legt 100-200 Eier einzeln an Stoffe ab. Raupen schlüpfen nach ca. 14 Tagen. Die Entwicklungsdauer bis zum Schmetterling dauert bei Zimmertemperatur ca. 1- 6 Monate.

In geheizten Räumen gibt es 3-4 und in ungeheizten Räumen 2 Generationen jährlich. Typisch sind die 15 cm langen Gespinströhrchen. Die meist schmutzig gelbweißen Raupen der Kleidermotte verursachen Lochfraß und Kahlstellen an Wollstoffen, Pelzen, Teppichen, Teppichen u. A. Befallen werden vor allem Wollfasern, Textilien und Pelze, die längere Zeit nicht getragen wurden. Die Falter sind sehr lichtscheu. Fliegende Tiere sind meist nur die kleineren Männchen; die Weibchen sind vor Ablage der Eier durch deren Gewicht behindert. Die Kleidermotte entwickelte sich erst mit dem Entstehen von entsprechenden Lebensbedingungen, wahrscheinlich mit dem Bau der ersten Kachelöfen im 18. Jahrhundert, als Schädling, da vorher ausreichende Wärme in den Wohnungen fehlte. Sie lebt bei uns nicht im Freien und fliegt daher auch nicht von außen in die Wohnung. Sie ist kein guter Flieger, besonders die Weibchen fliegen sehr selten. Eine ihr ähnliche, und immer häufiger ist die Pelzmotte. Wird oft mit Textilmottenschaden verwechselt.

Seit Kriegsende sind Motten stark zurückgegangen, was verschiedene Ursachen hat. Als wichtigste Ursache gelten die vielen wirksamen Imprägnierungsmittel, die auf den Markt kamen. Der häufige Gebrauch von synthetischen Fasern und die schwindende Sitte, Kisten und Kästen mit Wollsachen zu füllen, trägt auch zum Rückgang der Motten bei. Der Staubsauger und das zunehmende trockene Klima in den Wohnungen vermindert ebenfalls die Lebensbedingungen für Kleidermotten.

Kornkäfer

Kornkäfer (Sitophilus spec.)

Kornkäfer

Kornkäfer, Reiskäfer und Maiskäfer sind nahverwandte Arten, die sich in Aussehen, Biologie und Schadbild weitgehend entsprechen. Sie sind dunkelbraun bis schwarz, haben einen perlschnurartigen Körper mit leicht angewinkeltem Kopf und sind 3-4 mm groß.

Die Larven der Käfer entwickeln sich verborgen innerhalb von Getreidekörnern. Typische Getreideschädlinge in Mühlen, getreideverarbeitenden Fabriken, Lagerhäusern, Silos. Bei stärkerem Befall kann dabei das Getreide verschimmeln und später durch Gärung und Fäulnisvorgänge (hierbei kommt es zu einer Erhitzung) ungenießbar werden. Solches Getreide ist auch als Tiernahrung nicht mehr zu gebrauchen. Kornkäfer können sich gelegentlich auch in Teigwaren (Nudeln), Hartgrieß, grob gequetschten Getreideflocken entwickeln. Auf diese Weise werden sie in Lebensmittelbetrieben schädlich. Mit diesen Getreideprodukten finden Mehlkäfer manchmal ihren Weg in die Privathaushalte. Die Gefahr ist noch größer bei Getreideprodukten, die offen in kleinen Mühlen gekauft werden.

Küchenschaben

Küchenschaben – im Volksmund oft auch Kakerlaken genannt – sind sehr widerstandsfähige Insekten, die schon seit Millionen Jahren auf unserer Erde leben. Sie sehen Käfern sehr ähnlich. Um zur Plage zu werden, benötigen sie Wärme, Nahrung und Wasser. Da Essens- und Abfallgerüche besonders anziehend für Schaben sind, treten sie häufig in Bäckereien, Metzgereien, Restaurants, Einkaufszentren, Schwimmbädern und Krankenhäusern auf. Schaben werden oft beim Einkaufen in die Küchen eingeschleppt. Die Weibchen legen ihre Eier auf Verpackungen oder Getränkekästen ab, die wir nach Hause schleppen und aus denen später die Jungtiere schlüpfen. Aber auch über die Kanalisation oder die Mülleimer können sich die Schaben schnell über ganze Stadtviertel hinweg ausbreiten. Beliebte Aufenthaltsorte in Küchen sind die Verkleidungen von Küchengeräten, denn Schaben lieben die Wärme, die diese Elektrogeräte ausstrahlen. Sie sind deshalb oft in Kaffeemaschinen, Klimaanlagen, Backöfen oder Kochherden zu finden. Schaben verströmen einen süßlichen Duft und hinterlassen Kot in Form von harten, schwarzen Krümeln.

Bei uns gibt es die deutsche, orientalische und amerikanische Schabe. Schaben sind eine Gesundheitsgefahr, da sie Überträger von Tuberkulose- und Salmonellenerregern sein können.

Gebrauchte Kartons aus Supermärkten, die zum Transport der Einkäufe verwendet werden, sollten anschließend sofort in einem Müllcontainer außerhalb des Hauses entsorgt werden. Denn diese Kartons sind beliebte Eiablageplätze der Schaben. Nach Reisen in tropische Länder, wie z. B. Florida, Fernost, Afrika - das Gepäck über der Badewanne auspacken, Taschen ausschütteln und gut auswaschen. Das Gepäck wird im Frachtraum des Flugzeuges nicht so kalt, dass die Tiere und Eier absterben. Anschließend alle Textilien bei mindestens 60 Grad waschen. Einfrieren von Textilien nutzt hier nichts, denn die Eier sind gegen Kälte resistent.

Deutsche Schabe:

Ca. 1 – 1, 5 cm groß, lehmfarben, mit großen Flügeln am Hinterleib; kann 5 – 10 cm weit springen; Weibchen legt Eipaket mit durchschnittlich 30 Eiern ab, aus denen direkt nach dem Abwurf Larven schlüpfen, die sich innerhalb von 2 - 3 Monaten zu ausgewachsenen Schaben entwickeln.

Verbreitung:
85 % der Schaben in unseren Küchen sind deutsche Schaben.


Orientalische Schabe:

Ca. 2, 5 cm groß, kastanienbraun bis schwarz; Weibchen legt Eipaket mit 16 Eiern ab; nach 2 - 3 Monaten schlüpfen aus den Eiern die Jungtiere; es dauert 3 - 4 Jahre, bis die orientalische Schabe ausgewachsen ist.

Verbreitung:
12 % der Schaben in unseren Küchen sind orientalische Schaben.


Amerikanische Schabe:

Ca. 3 – 3, 5 cm groß, rotbraun mit rotgelbem Hals; können nachts fliegen; Weibchen legt Eipaket mit 15 - 20 Eiern ab; nach 1 - 2 Monaten schlüpfen die Larven und entwickeln sich in 2 - 3 Jahren zu ausgewachsenen Tieren.

Verbreitung:
nur etwa 3 % der Schaben in Deutschland sind amerikanische Schaben.


Bekämpfung:

Eine Bekämpfung von Schaben macht nur dann Sinn, wenn sie gründlich im gesamten Haus und über einen längeren Zeitraum erfolgt. Der Einsatz einer sog. Schabendose kann teuer werden. Durch einen Duftköder, in dem Pheromon enthalten ist, werden die Tierchen angelockt, krabbeln durch Löcher in die Dose hinein und fressen das Ködergel, in dem der giftige Wirkstoff Fibronil enthalten ist, der die Kakerlaken abtötet. Der Preis: ca. 3 €.

Allerdings müssen Sie bei einem Befall mindestens 20 bis 30 Dosen auslegen, die Bekämpfung kostet rund 70 € und der Erfolg ist nicht garantiert. Gift sollte man nicht verspritzen, gerade in der Küche kann das für den Menschen gesundheitsschädlich sein. Außerdem gelangen Sie so nicht an alle entlegenen Verstecke der Tierchen. Koffer ins Bad räumen, Licht anlassen.

Meist hilft nur ein Schädlingsbekämpfer, denn er kennt die bevorzugten Plätze der Schaben und kann entsprechende Köder auslegen. Eine zweimalige Behandlung ist oft nötig und kostet rund 120 € (je nach Befall).

Kurzkopfwespe

Aussehen:

Diese Gemeine Wespe ist eine Kurzkopfwespe. Typisch ist der runde, breite Kopf.

Volksstärke:

Diese Wespenarten haben meist über 5.000 bis 10.000 Arbeiterinnen (ausgenommen Vespula rufa).

Arten in Deutschland:

drei

Niststandort:

versteckt im Erdreich, hinter Verschalungen, Dachböden, Rollladenkästen.

Nestform:

Vielgestaltige Nester mit dicker Hülle, muschelartigen Lufttaschen, meist breiter als lang, können sehr groß werden (ausgenommen Vespula rufa).

Saison:

Langer LebensZyklus: April/Mai bis Oktober/November.

Eigenschaften:

Starke Völker mit zum Teil erheblicher Verteidigungsbereitschaft, bis auf Vespula rufa gehen diese Arten an Grillwaren und Süßes.

Langkopfwespe

Aussehen:

Diese norwegische Wespe ist eine Langkopfwespe. Typisch ist der eher dreieckige, schmale Kopf.

Volksstärke:

Diese Wespenarten haben in der Regel nur wenige Hundert bis 3000 Arbeiterinnen.

Arten in Deutschland:

vier

Niststandort:

freihängend in geschützten Bereichen (Gebüsch, Vordächer).

Nestform:

konisch zulaufend, meist länger als breit, Handballengroß, mit einem oder zwei seitlichen oder unten gelegenen Eingängen, graue oder braune Färbung je nach Art, im Allgemeinen glatte Oberfläche.

Saison:

Kurzer LebensZyklus: April/Mai bis Juli; z. T. bis September.

Eigenschaften:

Friedliche Tiere mit geringer bis mäßiger Verteidigungsbereitschaft; gehen nicht an Süßes oder Grillwaren.

Lebensmittelmotten

Lebensmittelmotten sind kleine Falter oder Schmetterlinge, die feuchtwarme, dunkle Räume mögen. Sie werden in die Küche meistens über Nahrungsmittel wie Mehl, Nüsse, Getreide, Schokolade oder Gewürze eingeschleppt, in denen sie ihre Eier abgelegt haben. Die Lebensmittelindustrie kann sich nur schwer vor ihnen schützen, weil keine Insektizide mehr bei der Behandlung der Lebensmittel eingesetzt werden dürfen. Motten selbst übertragen keine Krankheiten.

Allerdings verkoten sie als Raupe die Nahrung und können eventuell Milben und Pilze mit sich tragen, die bei Menschen zu allergischen Reaktionen oder Magen/Darmerkrankungen führen können. In Deutschland ist die Dörrobst- und die Mehlmotte am häufigsten verbreitet. Lebensmittelmotten fliegen z. B. durch offene Fenster in die Wohnung oder Sie bringen die Schädlinge durch bereits befallene Lebensmittel mit nach Hause. Bewahren Sie Nahrungsmittel wie Mehl und Brot am besten in luftdicht verschlossenen Behältern (Schraubgläser oder Tupperware) So entziehen Sie den Motten die Nahrungsgrundlage, sie können sich nicht verbreiten.

Dörrobstmotte:
Falter ca. 7 - 10 mm lang, kupferrote Flügel, legt etwa 500 - 600 Eier in Nahrungsmitteln ab. Nach 4 Tagen schlüpfen die Larven. Die kleinen Raupen werden bis zu 16 mm lang und haben eine grünliche Farbe. Sie fressen vorzugsweise getrocknetes Obst wie Rosinen, Feigen, Müsli oder Kekse und überziehen mit einem Gespinst.

Mehlmotte:
Falter ca. 10 - 14 mm lang, helle, graue Flügel, legt etwa 200 Eier ab; Larven ca. 2 bis 20 mm lang, Farbe: weiß, rosa oder grünlich. Sie leben vor allem von Mehl, Reis, Mais und Teigwaren, aber auch von Nüssen, Mandeln oder Schokolade; sie treten vorzugsweise in den Monaten Januar - März auf, wenn die nicht verbrauchten Weihnachtslebensmittel in Schränken lagern.

Bekämpfung:
Befindet sich die Motte im Raupenstadium, sollten Sie die befallenen Nahrungsmittel wegwerfen, weil ein Einsatz von Insektiziden bei Lebensmitteln natürlich ausgeschlossen ist. Die Mottenfalter aber müssen bekämpft werden. Für sie hat die Industrie eine giftfreie, so genannte „Pheromon-Falle“ entwickelt. Dabei wird ein mit Klebstoff bestrichener Pappdeckel in befallenen Küchenschränken aufgestellt. In dem Klebstoff ist der weibliche Sexuallockstoff Pheromon eingearbeitet, auf den die männlichen Motten reagieren, deshalb gegen den Pappdeckel fliegen, daran festkleben und sterben. Auf diese Weise können sich die Motten im Schrank nicht mehr vermehren. Preis: ca. 6 €. Für denselben Preis gibt es auch so genannte „Entwicklungshemmer“ als Spray. Sie verhindern, dass sich die Motten verpuppen. Allerdings wird damit nicht die Ursache bekämpft. Denn die Motten legen ihre Larven meist in schwer zugängliche Ecken.

Die so genannte „mechanische Methode“, bei der auch die Ursache bekämpft wird. Bei starkem Befall muss unter Umständen die gesamte Einbauküche auseinander genommen werden, ausgesaugt und abgewaschen werden, da in Küchen keine chemischen Mittel angewendet werden sollten. Bei starkem Befall sollten Sie deshalb einen Schädlingsbekämpfer engagieren, er kennt auch die „geheimen Verstecke“ der Schädlinge. Der Preis: 120 € (je nach Befall).

Marder

Allgemeines
Ein einheitliches Aussehen gibt es unter den Mardern nicht. Sie sind äußerlich recht unterschiedlich. Was man über alle Marder sagen kann, ist, dass es sich hierbei um kleinste bis mittelgroße Landraubtiere handelt. An den Füßen befinden sich in der Regen 5 Zehen. Die Krallen sind kurz und können teilweise eingezogen werden. Entweder sind Marder Zehen-, Halbsohlen- oder Vollsohlengänger. Die Arten, die im Wasser leben (Otter oder Wassermarder) haben zwischen den Zehen Schwimmhäute. Das Fell vieler Arten, besonders das der Otter, ist dicht und hochwertig. Das Fell ist auch der Grund, warum viele Tiere vom Menschen gejagt werden. Marder haben das typische Raubtiergebiss mit 32-38 Zähnen mit dem Reißzahn. Das Gelenk vom Unterkiefer sitzt sehr fest im Oberkiefer, darum können Marder nicht mahlend kauen, sondern nur schneidend-quetschend.

Sämtliche Arten der Marder haben am After eine Drüse, die Stinkdrüse. Zur Abwehr eines Feindes wird aus dieser Drüse ein übel riechendes Sekret versprüht. Dieser Geruch ist so übel riechend, dass der Angreifer meistens nie wieder einen Vertreter der entsprechenden Familie angreift. Sehr viele Arten sind in der Lage, das Sekret als Sprühstrahl gezielt in Gesicht und Augen des Gegners zu spritzen. Im Auge kann eine so starke Reizwirkung eintreten, dass der Gegner daran sogar erblinden kann.

Verbreitung
Ursprünglich gab es die Marder weltweit, mit Ausnahme von Australien, Neuseeland und einige Inseln Ozeaniens. Heute leben sie aber auch dort, weil der Mensch sie dort eingebürgert hat.

Lebensweise
Viele Marder sind Einzelgänger und finden sich nur für wenige Stunden während der Brunstzeit, die Ranz, zu Paaren zusammen. Zur Paarungszeit hört man trillernde, zirpende und knurrende Kontaktlaute von den Mardern, denn sie sind sehr stimmfreudig. Wenn rivalisierende Männchen oder außerhalb der Paarungszeit zwei Tiere aufeinander treffen, kann man keckernde, kreischende Warn- und Drohlaute hören. Kommt es zum Kampf, wird dieser von gellendem Wutgeschrei begleitet.

Ernährung
Marder vertilgen mit Vorliebe Nagetiere. Dieses ist für das Gleichgewicht der Natur sehr wichtig. Die Art des Tötens ist typisch für Marder: Der Marder setzt bei kleineren Tieren den Tötungsbiss am Hinterkopf oder am Nacken an. Bei größeren Tieren öffnet er die Halsschlagader.

Fortpflanzung
Im Frühjahr bringen die Weibchen bis zu 13 blinde, hilflose Junge zur Welt. Die Jungen werden ausschließlich und intensiv von der Mutter in einer gut geschützten Höhle betreut. Bei den Mardern gibt es eine so genannte Keimruhe. Das heißt, dass die Eier, die bereits im Sommer befruchtet wurden, einen biologischen Stillstand durchmachen. Dieser Stillstand dauert im Schnitt 6-7 Monate. Gleich nachdem der Winter vorbei ist, setzt sich die Entwicklung der Eier fort. Diese Entwicklung dauert 5-8 Wochen.

Mehlwürmer

Mehlwürmer / Mehlkäfer

Mehlwürmer / Mehlkäfer

Die Bekanntheit des Mehlkäfers kommt wohl in erster Linie daher, da seine Larven - die Mehlwürmer - als Futter für Käfigtiere oder Angelköder verwendet werden. Als Vorratsschädling spielt er keine große Rolle mehr, tritt aber gelegentlich in unseren Häusern auf.

Aussehen:
Der Mehlkäfer ist unverkennbar der "große Bruder" des Reismehlkäfers. Mit einer Länge von ca. 20 mm ist er einer der größten Käfer seiner Familie. Er ist schwarz gefärbt und zeigt feine Punktstreifen auf den Flügeldecken. Der Käfer hat gut ausgebildete Flügel und ist in der Dämmerung flugaktiv. Verwechselt wird der Mehlkäfer mit einigen ähnlich aussehenden Laufkäfern. Von denen ist er leicht durch die Anzahl der Fußglieder (Tarsen) zu unterscheiden. Die Füße des Mehlkäfers weisen nur 4, Laufkäfer hingegen 5 Tarsen auf. Die Mehlkäfer-Larve ist gelblich gefärbt, deutlich segmentiert (geringelt) und nicht behaart. Mit ca. 30 mm Länge übertrifft ihre Größe noch deutlich den erwachsenen Käfer.

Entwicklung:
In unseren Breitengraden entsteht meist nur 1 Generation pro Jahr. Jedes Weibchen legt zwischen 150 und 200 Eier an verschiedene organische Substrate. Je nach den vorgefundenen Bedingungen durchläuft die Larve des Käfers 5 bis 14 Stadien.

Vorkommen und Bedeutung:
Der Mehlkäfer kommt gelegentlich in Bäckereien, Mühlen und Getreidespeichern vor. Er lebt von Mehl und Getreide, findet sich aber auch in Vogelnestern, wo er Nahrungsreste der Vögel frisst. Die meisten Mehlkäfer überwintern als Larven, verwandeln sich im Sommer zu Käfern und sterben im Herbst. Die Käfer fliegen an warmen Sommerabenden und kommen nicht selten, vom Licht angelockt, durch offen stehende Fenster in Wohnräume. Sie können auch aus Vogelnestern in Wohnhäuser eindringen. (Kontrollieren ob Vogelnester (speziell Taubennester) am Haus die Befallsursache sein können. Dann sind die Nester zu entfernen und eventuell Vergrämungsmaßnahmen gegen Tauben zu ergreifen)

Anleitung Mehlwurmzucht:
Für eine Mehlwurmzucht benötigt man 3 Stapelboxen (40x40x30 LxBxH), ca. 1 kg Mehlwürmer, 1 kg Semmelbrösel, 1 kg Weizenschrot, 1 kg Haferflocken und 0, 5 kg Mehl. Semmelbrösel, Weizenschrot, Haferflocken und Mehl werden zusammengemischt und auf die 3 Stapelboxen verteilt. Die gesamte Menge der Mehlwürmer wird in die erste Box gegeben. Dort verpuppen sich die Mehlwürmer was je nach Größe 3-6 Wochen dauert. Als Nahrung gibt man wöchentlich den Würmern einen halben Apfel oder ein Stück Gurke. Nach und nach wird man die ersten Puppen in der Mehlwurmbox finden, diese werden aussortiert und in die zweite vorbereitete Box gegeben. Etwa nach 3 Wochen entwickeln sich aus den Puppen hellbraune Käfer, welche wiederum aussortiert und in die 3 Box gegeben werden. In diese Box legt man dann einige Eierkartons und gibt einen halben Apfel oder Gurke als Futter für die Käfer mit in die Box. Nach einigen Tagen werden die hellbraunen Käfer dann schwarz, danach sind sie voll entwickelt. Die Käfer legen jetzt laufend Eier in den Untergrund. Nach genauem Betrachten des Untergrundes wird man winzige, etwa 2-3 mm große, Mehlwürmer finden. Die Käfer und die jungen Mehlwürmer müssen nicht getrennt werden, denn nach ca. 1 Monat sterben die Käfer. Die jungen Mehlwürmer entwickeln sich sehr rasch und nach einem Monat hat man schon genügend Würmer um sie weiterzuzüchten und als Futtertiere zu verwenden. Die Zucht von Mehlwürmern ist relativ einfach und kostengünstig, die Zuchtbehälter sollten an einem Ort gelagert werden wo eine Temperatur von über 22°C herrscht. Denn bei niedrigeren Temperaturen dauert alles doppelt so lange und der Ertrag wird sehr gering ausfallen.

Messingkäfer

Messingkäfer - Niptus hololeucus

Messingkäfer

Körperlänge: 2,4-4,7 mmm

Kennzeichen: Körper mit sehr dichter , lang anliegender und goldgelber Behaarung, Halsschild nach hinten verjüngend, Flügeldecken fast kugelig abgerundet

Entwicklung: Eier 0,7mm bis 1mm groß, rund und klebriger Oberfläche, Larven weißgelblich von 5-7mm groß, braungelber Kopf mit seitlichem Längstrotstrich, Behaarung lang, fein rotbraun, am After kleiner Fleck als flaches V. Das Weibchen heftet die Eier am Umgebungssubstrat fest, legt dabei sehr große Entfernungen zurück. Die Verpuppung erfolgt in einem Gespinstsubstrat. Die Entwicklung dauert bei 20 Grad 7 Monate, bei 25 Grad nur 70 Tage.

Vorkommen: bei Baumaßnahmen kommt es häufig zu höheren Raum -und Materialfeuchten zu einem Massenbefall, Befallsursache sehr schwierig zu erkennen, da die Käfer zur Eiablage sehr weite Wege gehen.

Schäden: häufig Baumaterialien, z.B. Häcksel in Zwischendecken

Ernährung: pflanzliche und tierische Produkte, Getreide, Getreideprodukte, Backwaren, Feigen Borsten, Federn, pflanzliche Polstermaterialien, es wird kein Holz befallen

Bekämpfung: Bekämpfung im Sprühverfahren, sehr schwierig, die Suche nach dem Befallsherd, alle Hohlräume prüfen und gegebenenfalls behandeln

Motten/Mehlkäfer

Dörrobstmotte (Plodia interpunctella)
Die Flügelspannweite des Falters beträgt 20 mm. Die Vorderflügel an der Basis sind gelbgrau und an der Spitze kupferrot. Das Weibchen legt 200 Eier und die Raupen werden bis zu 16 mm lang. Ihre Farben sind weiß-rosa oder grünlich. Es gibt zwei bis fünf Generationen (temperaturabhängig) pro Jahr. Schaden: Raupen fressen die Keimanlage aus Körnern heraus, Körner werden durch Gespinste mit Kotkrümeln zu Klumpen verbunden, Lochfraß an Dörrobst, Nüssen, Backwaren, gelagerten Drogenpflanzen, Gewürzen u. A. Starke Gespinstbildung zum Ende der Wachstumsphase der Raupen. Vor Verpuppung beginnt die „Wanderphase“; deshalb findet man die Puppen der Dörrobstmotte oft mehrere Meter entfernt von der eigentlichen Fraß-(Schadens-)stelle in Ritzen und anderen Verstecken.

Kleidermotte ( Tineola biselliella)
Die Kleidermotte ist 4-9 mm lang. Die Vorderflügel sind gelb und glänzend, die Hinterflügel sind heller. Die Spannweite beträgt 14 mm. Das Weibchen legt 100-200 Eier einzeln an Stoffe ab. Raupen schlüpfen nach ca. 14 Tagen. Die Entwicklungsdauer bis zum Schmetterling dauert bei Zimmertemperatur ca. 3 Monate. In geheizten Räumen gibt es 3-4 und in ungeheizten Räumen 2 Generationen jährlich. Typisch sind die 15 cm langen Gespinströhrchen. Die meist schmutzig gelbweißen Raupen der Kleidermotte verursachen Lochfraß und Kahlstellen an Wollstoffen, Pelzen, Teppichen, Teppichen u. A. Befallen werden vor allem Wollfasern, Textilien und Pelze, die längere Zeit nicht getragen wurden. Die Falter sind sehr lichtscheu. Fliegende Tiere sind meist nur die kleineren Männchen; die Weibchen sind vor Ablage der Eier durch deren Gewicht behindert.

Kornkäfer (Sitophilus spec.)
Kornkäfer, Reiskäfer und Maiskäfer sind nahverwandte Arten, die sich in Aussehen, Biologie und Schadbild weitgehend entsprechen. Sie sind dunkelbraun bis schwarz, haben einen perlschnurartigen Körper mit leicht angewinkeltem Kopf und sind 3-4 mm groß. Die Larven der Käfer entwickeln sich verborgen innerhalb von Getreidekörnern. Typische Getreideschädlinge in Mühlen, getreideverarbeitenden Fabriken, Lagerhäusern, Silos. Bei stärkerem Befall kann dabei das Getreide verschimmeln und später durch Gärung und Fäulnisvorgänge (hierbei kommt es zu einer Erhitzung) ungenießbar werden. Solches Getreide ist auch als Tiernahrung nicht mehr zu gebrauchen. Kornkäfer können sich gelegentlich auch in Teigwaren (Nudeln), Hartgrieß, grob gequetschten Getreideflocken entwickeln. Auf diese Weise werden sie in Lebensmittelbetrieben schädlich. Mit diesen Getreideprodukten finden Mehlkäfer manchmal ihren Weg in die Privathaushalte. Die Gefahr ist noch größer bei Getreideprodukten, die offen in kleinen Mühlen gekauft werden.

Mehlkäfer (Tenebrio molitor)
Mehlkäfer sind dunkelbraun bis schwarz und messen ca. 13 bis 17 mm. Die Larven sind gelblichbraun, glänzend und bis 3 cm lang. Wie der Name schon sagt, lebt der Mehlkäfer in Haushalten, Bäckereien und Mühlenbetrieben hauptsächlich von Getreide, Mehl und Getreideprodukten. Der Käfer und seine Larven können ebenso in Tauben- und Spatzennestern leben oder sich auf dem Dachboden von organischem Abfall ernähren (z. B. Taubenkot). Aufgrund ihrer langsamen Entwicklung – etwa ein Jahr – kommt es jedoch kaum zu nennenswerten Schäden.

Reismehlkäfer (Tribolium spec.)
Die Larven des Reismehlkäfers sind gelbweißlich und wurmartig. Sie strömen einen charakteristischen lysolartigen Geruch aus. Der Geruch erinnert daran, wie früher Krankenhäuser rochen oder Kopierstifte schmeckten. Die ausgewachsenen Käfer werden 3 bis 5, 5 mm groß, sind dunkelbraun bis schwarz und haben einen zylindrischen Körper. Auch sie riechen lysolartig. Reismehlkäfer entwickeln sich in den unterschiedlichsten trockenen pflanzlichen Stoffen wie Getreide, Getreideprodukten, Erdnüssen, Sonnenblumenkernen, Trockenobst etc.. Reismehlkäfer sind vor allem Schädlinge in Mühlen und in Verarbeitungsstätten von stärkehaltigen Produkten. Mit den Waren aus den Mühlen werden sie häufig in die Privathaushalte eingeschleppt. Befallene Lebensmittel sind infolge der scharfen chinonhaltigen Ausscheidungen der Käfer wegzuwerfen.

Nagerkäfer

Der Nagerkäfer (kleiner Holzwurm)

Der Nagerkäfer - kleiner Holzwurm

Der Gemeine oder Gewöhnliche Nagekäfer (Anobium punctatum), umgangssprachlich wegen der Aktivität der Larven auch Holzwurm genannt, ist eine Art der Nagekäfer (Anobiidae).

Die Larven des Nagekäfers befallen verbautes, also kein frisches Holz (Trockenholzschädling). Aus dem in Holzspalten oder Rissen abgelegten Ei schlüpft die Larve und frisst sich durch das Frühholz. Das Spätholz wird verschont und bleibt lamellenartig stehen.

Biologie des Nagekäfers
Nach mehreren Wachstumszyklen verpuppt sich die ausgewachsene Larve. Nach seiner Wandlung (Metamorphose) schlüpft ein geschlechtsreifer Käfer aus der Puppe, der einen Kopulationspartner sucht. Die Ausfluglöcher sind rund und haben einen Durchmesser von ein bis zwei Millimetern. Nach erfolgter Befruchtung legt das Nagekäferweibchen seine Eier in Ritzen, Spalten und Gänge des Holzes. Hier setzt sich dann der Zyklus weiter fort. Die Entwicklungszeit der Larve dauert unter günstigen Bedingungen ein Jahr, bei ungünstigen Bedingungen bis zu acht Jahren; der schlüpfende Käfer legt seine Eier gern in das Holz, in dem er selbst aufgewachsen ist.

Der Nagekäfer ist grundsätzlich flugfähig und kann sich fliegend neue Eiablageplätze suchen. Der Fraß konzentriert sich auf das Splintholz, Kernholz wird nur selten angegriffen. Sind die Larven aktiv, erkennt man das an herausquellendem Holzmehl. Legt man schwarzes Papier oder Ähnliches unter den betroffenen Stellen, sieht man bei Befallsaktivität nach wenigen Tagen Holzmehl auf dem Papier (Fraßpausen berücksichtigen).

Die Larve des Nagekäfers benötigt eine Mindestholzfeuchtigkeit von mehr als 10 % und bevorzugt kühlere Orte deshalb tritt er in zentralbeheizten Räumen nur selten auf. Kritische Bereiche sind feuchte Räume oder dort wo Bodenkühle/-feuchte auftreten kann. Der Befall ist im Gegensatz zum Befall durch den Hausbock nicht an ein Maximalalter des Holzes gebunden. Der Holzwurm kann also durchaus auch jahrhunderte altes Holz befallen.

Orientalische Schabe

Orientalische Schabe (Blatta orientalis)

Orientalische Schabe

Die Erwachsenen Weibchen werden bis zu 28mm lang. Sie sind fast schwarz und besitzen Stummelflügel, während die Flügel der Männchen fast das Hinterende erreichen. Zum Fliegen werden sie jedoch wenig bis gar nicht benutzt. Die Männchen sind kastanienbraun und werden bis zu 25 mm lang.

Vorkommen
Tagsüber versteckt in Ritzen und Spalten, Leitungsröhren, Abluftschächten. Befallen sind insbesondere Gebäude, in denen regelmäßig große Mengen Nahrungsabfälle anfallen. Bäckereien, Küchen, Gaststätten, Krankenhäuser, Kantinen und Hotels. Aber auch in privaten Haushalten sind sie insbesondere im Küchen und Sanitärbereich anzutreffen. Bei einschalten von Licht flüchten Sie.

Orientalische Schabe

Biologie
Die kastanienbraunen Männchen sind ca. 2, 1 - 2, 5 cm und die schwarzen Weibchen 2, 2 - 2, 8 cm groß. Die Weibchen haben kurze, zurückgebildete Flügel, beim Männchen bedecken die Flügel 2 Drittel des Hinterleibs. Die Eipakete sind etwa 10mm groß, kastanienbraun und enthalten in der Regel 16 Eier (2x8).

Die Weibchen tragen die Eipakete 1-5 Tage mit sich bis Sie diese ablegen. Nach 2 bis 3 Monaten schlüpfen die Jungtiere aus. Die Entwicklung zur ausgewachsenen Schabe dauert etwa sechs Monate. Beachtlich ist das die Jungtiere schon nach 5 bis 6 Monaten Geschlechtsreif sind!

Materialschäden
Da Schaben Allesfresser sind, befallen Sie nachts jegliches organisches Material (Nahrungsmittel, aber auch feuchte Gewebe, Papier, selbst Leder), das Sie mit ihren kauend-beißenden Mundwerkzeugen zerkleinern. Durch einschleppen von Keimen und durch den Verbleib von penetranten, z. T. süßlichen Duftstoffen werden Lebensmittel auch nach dem Abzug der Schaben unbrauchbar.

Erkrankung des Menschen
Schaben sind Überträger von Milzbrand, Salmonellen, Typhus, Shigellosen, Tuberkulose, Pilzerkrankungen und Ähnlichem. Sie tragen zum Großteil zum Krankheitsbild des sig. Infektiösen Hospitalismus bei, hierbei erkranken viele Patienten zusätzlich an zahlreichen Erregern, die lediglich im Krankenhaus verbreitet sind. Auch die Ekelwirkung auf den Menschen ist nicht zu unterschätzen. Schaben sind nach dem Bundesseuchengesetz Melde- und Bekämpfungspflichtig!

Bekämpfung
Die Diagnose und Bekämpfung eines Schabenbefalles obliegt in jedem Fall dem Fachmann. Eigene Bekämpfungsversuche führen oftmals zu belasteten Räumlichkeiten und einer erhöhten Schabenpopulation im befallenen Gebiet. Biologische Alternativen sind mittlerweile ebenfalls anerkannt und als sehr wirkungsvoll getestet. So kann bereits im Monitoring und Gelverfahren eine Schabenpopulation völlig beseitigt werden. Jedoch sollte auch diese Art der Bekämpfung dem Fachmann vorbehalten bleiben.

Parkettkäfer

Der Parkettkäfer

Parkettkäfer

Parkettkäfer werden 2, 5 bis 5 mm lang. Die Flügeldecken sind mit Punktstreifen besetzt und er befällt bevorzugt Eiche und zwar speziell, wie der Name bereits sagt, Parkett. Neben Eiche werden eine ganze Reihe weiterer Laubholzarten, zum Teil auch tropische Hölzer befallen. Die Eier werden vom Weibchen meist in die Gefäßporen an den Stirnseiten des Holzes oder auch in Fluglöcher gelegt. Das Bohrmehl ist sehr fein und fest in den Gängen verstopft. Die Fluglöcher sind kreisrund mit einem Durchmesser von einem Millimeter. Weitaus größeren Schaden als der Parkettkäfer richtet allerdings der Splintholzkäfer an.

Pelzkäfer

Pelzkäfer (Attagenus Pellio)

Pelzkäfer

AUSGEWACHSENES INSEKT:
Kleiner, 3 bis 6 mm langer Käfer (Familie: Speckkäfer), oval, dunkelbraun bis schwarz gefärbt, behaart.

LARVE:
Bis 9 mm lang, schlanker hell- bis dunkelbrauner, dicht behaarter Körper, mit langem Haarbüschel am Hinterende.

Bedeutung und Lebensweise
Es gibt zwei Arten von Pelzkäfern, die bei uns heimisch sind und sowohl im Freien als auch in Häusern vorkommen: Den dunklen Pelzkäfer, Attagenus megatoma und den gefleckten Pelzkäfer, Attagenus pellio mit zwei weißen Flecken auf den Flügeldecken. In der Natur gehören die Pelzkäfer zu den Tieren, die mithelfen, mumifizierte Kadaver mit Fell zu beseitigen, sie spielen also eine wichtige Rolle im Stoffkreislauf. Sobald sie jedoch im Siedlungsbereich des Menschen auftreten und Materialien fressen, werden sie zu den Materialschädlingen gezählt. Die erwachsenen Käfer ernähren sich auf Blüten von Pollen und Nektar. Die Larven ernähren sich von trockenen Stoffen tierischer und pflanzlicher Herkunft (Häute, Fleisch- und Fischwaren, Kasein, Eipulver, Tierfutter, Getreideprodukte, Felle, Pelze, Federn sowie Teppiche und Textilien aus Wolle). Häufig findet man Käfer und Larven in Lampenfassungen oder ähnlichen Insektenfallen, wo sie von anderen toten Insekten leben. In der Natur finden sie ihre Nahrung in Vogelnestern, auf den Kadavern von Vögeln und Säugern sowie in den Nestern wilder Bienen.

Entwicklung
Die erwachsenen Käfer leben im Freien, können aber auch in Häuser fliegen und dort ihre Eier legen. Die bis zu 100 Eier werden in Ritzen oder anderen Verstecken in der Nähe von möglichen Nahrungsquellen gelegt. Die Larven fliehen das Licht und stellen sich bei Störungen tot. Bei 20° C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer ungefähr ein Jahr, wobei die Larven sich 9 bis 13-mal häuten. Ungünstige Bedingungen können die Käfer und Larven bis zu einem halben Jahr in einer inaktiven Phase überstehen.

Schaden
Pelzkäferlarven sind an ungestörten Stellen unter Teppichen, hinter Fußleisten, in Parkettritzen, in Bettkästen, im Kleiderschrank, in Wollvorräten u. A. zu finden. Dort zerstören sie Textilien aus tierischen Fasern wie Wolle, Federn, Leder, Pelze aber auch Räucherfleisch und -fisch. In pflanzlichen Produkten fressen die Larven des Pelzkäfers v.a. die Kadaver anderer Schädlinge.

Vorbeugung
Die Larven entwickeln sich nie ohne tierische Fasern (z. B. tierische Häute, Haare oder Federn). Teppiche auf glatte, fugenlose Böden verlegen, häufig staubsaugen oder ausklopfen. Konsequente Beseitigung von Schmutzteilchen und Menschen- und Tierhaaren, die sich hinter Möbeln, Kücheneinrichtungen, in großen Behältern und in Fußbodenritzen ansammeln. Beseitigung von verlassenen Vogel-, Mäuse- und Wespennestern, von ausgetrockneten Mäusekadavern in- und außerhalb der Gebäude. Textilien aus Wolle sollten bei längerer Lagerung nur gereinigt in gut schließenden Schränken oder Behältern mit Mottenpapier aufbewahrt werden. Fliegengitter an den Fenstern verhindern den Zuflug von Käferweibchen.

Bekämpfung
Gründliches Staubsaugen auch unter großen Möbeln und an den Rändern. Anschließend Punktbehandlung mit insektizidem Spray an den bevorzugten Aufenthaltsorten der Käferlarven. Aus kurzer Entfernung sprayen, bis ein feuchter Belag auftritt.

Wichtig: Diese Behandlung sollte nur einmalig und nicht vorbeugend erfolgen, da Aerosole des Sprays auch in die Luft gelangen und von Ihnen eingeatmet werden.

Bei starkem Auftreten von Pelzkäfern sollte eine professionelle Schädlingsbekämpfungsfirma beauftragt werden. Die Lagerung befallener Materialien bei –17°C über mind. 32 Stunden oder bei –20°C über 2 Stunden führt zu einer hundertprozentigen Abtötung der Pelzkäferlarven, schützt aber nicht vor einem Neubefall.

Ratten

Wanderratten

Wanderratten
Körpergröße bis 25 cm, Schwanz schuppig und geringelt bis 22 cm lang. Oberseite des Felles graubraun bis rötlichbraun. Der Bauch ist hellgrau bis weißlich. Die Gliedmaßen sind kurz, Vorder- und Hinterpfoten nackt, rosafarben. Die je zwei Nagezähne im Ober- und Unterkiefer sind kräftig, meißelartig und tief im Kiefer verankert. Sie müssen ständig benutzt werden, da sie sonst weiter wachsen.

Farbratten
Unsere zahmen Farbratten stammen von der ursprünglich in Asien beheimateten Wanderratte ab. Diese haben einen robusteren und "längeren" Körberbau als die Hausratte und lebt in Erdhöhlen oder in menschlicher Umgebung, wie etwa Keller und Kanalisation. Sie erreichen eine Größe von ca. 21-28 cm ohne Schwanz. Die Farbzeichnung des Felles der "wilden" Ratten ist meist rotbraun oder auch graubraun. Selten treten Albinos auf.

Hausratten

Hausratten
Auch die Hausratte hat ihren Ursprung in Asien und hat sich von dort über die ganze Erde ausgebreitet. Im Mittelalter kam sie zu uns nach Europa und war maßgeblich Schuld an der Verbreitung der Pest. Sie kann besser klettern als die Wanderratte, da sie ursprünglich auf Bäumen lebte. Spät erst kam sie in die Nähe des Menschen (Heu- und Dachböden). Heute jedoch sind in unseren Breitengraden frei lebende Ratten eher selten anzutreffen.

Reismehlkäfer

Reismehlkäfer (Tribolium spec.)

Reismehlkäfer

Die Larven des Reismehlkäfers sind gelbweißlich und wurmartig. Sie strömen einen charakteristischen lysolartigen Geruch aus. Der Geruch erinnert daran, wie früher Krankenhäuser rochen oder Kopierstifte schmeckten.

Die ausgewachsenen Käfer werden 3 bis 5, 5 mm groß, sind dunkelbraun bis schwarz und haben einen zylindrischen Körper. Auch sie riechen lysolartig. Reismehlkäfer entwickeln sich in den unterschiedlichsten trockenen pflanzlichen Stoffen wie Getreide, Getreideprodukten, Erdnüssen, Sonnenblumenkernen, Trockenobst etc.. Reismehlkäfer sind vor allem Schädlinge in Mühlen und in Verarbeitungsstätten von stärkehaltigen Produkten. Mit den Waren aus den Mühlen werden sie häufig in die Privathaushalte eingeschleppt. Befallene Lebensmittel sind infolge der scharfen chinonhaltigen Ausscheidungen der Käfer wegzuwerfen.

Sandbiene

Gemeine Sandbiene

Sandbiene

Kennzeichen: Beim Weibchen (siehe Bild oben) sind auf dem schwarzem Hinterleib auffällig breite, weiße Binden an den Segmentenden. Gesicht und Brustseiten tragen eine bräunliche Behaarung. Das Männchen ist etwas schlanker als das Weibchen.

Körperlänge: 9 - 13 mm

Lebensraum: Waldränder, Gärten, Parks, Lehm- und Kiesgruben.

Entwicklung: Die Weibchen legen Erdnester in sandigen oder lehmigen Böden an, oft in großen Kolonien von sogar 1000 Nestern. Die Bienen fliegen in zwei Generationen, einmal von März bis Mai und noch einmal von Juli bis September.

Ernährung: Sehr breites Spektrum von Blütenpflanzen (polylektisch)

Verbreitung: Süd- und Mitteleuropa.

Schmetterlingsmücken

Schmetterlingsmücken

Das auffälligste Merkmal der oft nur wenige Millimeter großen Schmetterlingsmücken sind ihre stark behaarten Flügel. Es handelt sich um schlechte Flieger, die sich in Gebäuden oft an Wänden in unmittelbarer Nähe von Abflussöffnungen aufhalten.

Aussehen: Die Schmetterlingsmücke wird ca. 2 mm groß. Ihr brauner Körper erscheint oft gräulich. Der Körper und die Flügel der Schmetterlingsmücke sind stark behaart. Die Flügel werden in Ruhephasen wie ein Zelt über den Körper gehalten, was an einen Schmetterling erinnert.

Fortpflanzung: Aus den Eiern der Schmetterlingsmücke schlüpfen nach 1 bis 6 Tagen die Larven. Das Larvenstadium dauert 10 bis 50 Tage, das Puppenstadium 1 bis 3 Tage.

Lebensweise: Die Schmetterlingsmücke ist häufig in Abwasserkanälen zu finden. Sie füttert ihre Larven mit feuchtem organischem Material. Die Schmetterlingsmücke ist kein sehr guter Flieger.

Aufgrund ihrer geringen Größe sind Schmetterlingsmücken in der Lage auch durch kleinste Löcher zu schlüpfen. Die Larven entwickeln sich in dem gallertartigen Film aus organischem Material, der sich u. a. in den Siphons von Waschbecken und in Abwasserrohren bildet. Vor allem bei einem Massenauftreten stellen Schmetterlingsmücken ein Hygieneproblem dar. Die Fliegen selbst lassen sich mit Kontaktinsektiziden (z. B. Pyrethroiden) bekämpfen. Zur dauerhaften Problemlösung müssen allerdings die Brutplätze gefunden und beseitigt werden. Der gallertartige Film in Abwasserleitungen, der den Larven i. d. R. als Nahrungssubstrat dient, kann zum einen mechanisch mit Hilfe einer Bürste, oder aber mit speziellen Reinigungsmitteln entfernt werden. Zur Bekämpfung von Larven, die sich in Abwasserrohren entwickeln, können auch flüssige Kontaktinsektizide eingesetzt werden.

Schwarzgraue Wegameise

Schwarzgraue Wegameise - Lasius niger

Schwarzgraue Wegameise

Im Haus treten neben Holzzerstörenden Ameisenarten wie der Rossameise und Hygieneschädlingen wie der Pharaoameise v. a. auch solche Ameisen auf, die unsere Wohnungen lediglich auf der Suche nach Nahrung betreten.

Allgemeines: Die Schwarze Gartenameise wird auch als Schwarzgraue Wegameise bezeichnet.

Kennzeichen: Färbung dunkel- bis schwarzbraun, silbrige Behaarung

Körperlänge: Königin 8 - 9 mm; Arbeiterin 3 - 5 mm; Männchen 3,5 - 4,5 mm

Entwicklung: Im Hochsommer schwärmen die Geschlechtstiere aus den Nestern und begatten sich im Hochzeitsflug. Die Jungkönigin wirft danach die Flügel ab und gründet ein neues Nest. Sie verschließt sich in einer Kammer, legt hier die ersten Eier und zieht die ersten Arbeiterinnen auf.

Ernährung: Allesfresser; halten Blattläuse, um an den Honigtau zu gelangen.

Schwarzgraue Wegameise

Erkennen: Die Arbeiterinnen sind rund 4 mm lang und einheitlich dunkel gefärbt, in ganz Deutschland verbreitet. Allerdings lebt in jedem Nest immer nur eine einzige Königin. Die Nester werden z. T. in morschem Holz, meist jedoch im Boden angelegt. Im Sommer ernähren sich die Tiere zum großen Teil von den Ausscheidungen diverser Pflanzensaftsauger wie z.B. Blattläusen die Arbeiterinnen suchen Wohnungen besonders häufig im Frühjahr auf, wenn die Nahrung im Freiland noch knapp ist. Hierbei sind auch Wohnungen, die im zweiten oder dritten Stock liegen, nicht vor den Ameisen sicher. Falls auf diesen Streifzügen eine ergiebige Nahrungsquelle ausfindig gemacht wird, kann recht schnell eine dicht belaufene Ameisenstraße zwischen Nest und Futterquelle entstehen. Im Garten kann die Art unangenehm auffallen, wenn sie ihre Nesthügel in Rasenflächen oder Beeten anlegt, bzw. Terrassen oder gepflasterte Wege unterhöhlt.

Silberfische

Silberfische / Silberfischchen

Silberfische / Silberfischchen Silberfische / Silberfischchen

Kennzeichen: Abgeplatteter Körper mit silbrigen Schuppen und einigen zarten Borsten besetzt.

Körperlänge: 7 - 10 mm

Entwicklung: Die Larven entwickeln sich über 14 Stadien innerhalb von 3 Jahren. Die Imagines leben noch 2 weitere Jahre.

Ernährung: Papier, Holz, Kohlehydrate

Verbreitung: ganze Welt, in Mitteleuropa an menschliche Behausungen gebunden

Die Tiere können sich 20 bis 40 mal häuten und ein Alter von 2 bis 5 Jahren erreichen. Optimal für ihre Entwicklung sind Temperaturen von 25 bis 30°C, sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 60-80 %. Silberfischchen kommen v. a. in feuchten Wohnungen an dunklen, warmen Orten vor. Das Silberfischchen gilt als Material- und Hygieneschädling. Die Tiere verursachen an dickeren Gegenständen wie z. B. Bucheinbänden Schabefraß. An Tapeten, Papier oder Pappe kann dagegen Lochfraß auftreten. Darüber hinaus fressen sie an stärke- oder zuckerhaltigen Stoffen wie Mehl, Grieß oder Haferflocken, auch Schimmelpillzen.

  • Jedes Bad und Zimmer sollte gut belüftbar sein.
  • Keine nasse Wäsche , wenn möglich, in der Wohnung trocknen, Duschkabinen zum Lüften offen lassen.
  • Fenster kurz weit öffnen, bis Kondenswasser abgetrocknet ist
  • Bei Innenbädern Ventilatoren nach Benutzung so lange laufen lassen, bis kein Kondenswasser mehr vorhanden ist.
  • Darauf achten, daß kein Wasser hinter Sanitär- und Kücheneinrichtungen laufen kann.
  • Häufiges kurzzeitiges Stoßlüften senken die Heizungskosten, wie Luftfeuchtigkeit, die diese Tiere zum Leben brauchen.

Richtiges Lüften: Fenster nicht den ganzen Tag auf Kippstellung lassen, sondern lieber weit für 5-10 min öffnen, da sonst keine richtiger Luftaustausch stattfinden kann.

Speckkäfer dornlos

Dornloser Speckkäfer - Dermestes laniarius

Dornloser Speckkäfer

Kennzeichen: Die Grundfarbe der Käfer ist schwarz, die Behaarung besteht aus grauweißen und schwarzen Häarchen. Die Antennen weisen eine scharf abgesetzte Keule auf. Der Halsschild ist mindestens so breit wie die Flügeldecken.

Länge: 6,5 - 8 mm

Lebensraum: verbreitet.

Entwicklung und Ernährung: Bei Temperaturen ab 16 °C kommt es zur Begattung. Optimal für die Entwicklung der Käfer ist eine Temperatur von 25 °C , sowie eine relative Luftfeuchtigkeit von 65 %. Unter diesen Bedingungen beträgt die Entwicklungsdauer durchschnittlich 48 Tage. In Mitteleuropa ist unter Freilandbedingungen die Ausbildung von nur einer Generation pro Jahr die Regel. Lediglich unter sehr günstigen Bedingungen kann eine zweite Generation auftreten. Unter Freilandbedingungen ernähren sich die Larven hauptsächlich von Aas, wodurch dem Speckkäfer eine wichtige Rolle bei der Beseitigung von Tierkadavern zukommt. In Lagern und Haushaltungen fressen die Larven an Speck, Schinken, Wurst, hartem Käse, Eiernudeln, Trockenfisch, ausgestopften Tieren, Insektensammlungen, Horn, Hufen, Leder und Rohfellen. Da sie in der Lage sind Keratin zu verdauen, können sie sich auch von Federn, Wolle und Fellen ernähren und auf diese Weise Textilien und Pelze zerstören. Zur Verpuppung bohren sich die Larven dann in feste, aber nicht zu harte Materialien wie Holz, Kork, Pappe, Papierlagen, Styropor, Tabakballen oder sogar Mörtel ein. Falls Speckkäfer in Massen auftreten, oder jahrelang nicht bekämpft werden, kann es durch dieses Verhalten auch zu massiven Schäden an Möbeln und anderen Einrichtungsgegenständen kommen. Der Gemeine Speckkäfer kann somit gleichzeitig als Hygiene- und Materialschädling angesehen werden.

Verbreitung: Der Dornlose Speckkäfer bereitet ähnliche Probleme wie der zur selben Gattung gehörende Gemeine Speckkäfer (Dermestes lardarius) und gilt daher ebenfalls als Vorrats-, Hygieneund Materialschädling.

Bekämpfung: Eine direkte Bekämpfung der Käfer ist durch den Einsatz von Kontaktinsektiziden möglich, die in die Schlupfwinkel der Tiere gesprüht werden müssen. Problematisch ist bei der Bekämpfung von Speckkäfern, dass sich die Larven zur Verpuppung in unzugängliche Hohlräume zurückziehen oder sich sogar in bestimmte, nicht zu harte Materialien (s.o.) einbohren können. Daher sind die Puppen in der Praxis nicht zu bekämpfen. Erst die ausschlüpfenden Imagines können wieder bekämpft werden, wobei im Wohnbereich neben einer mechanischen Bekämpfung nur der Einsatz von einem wirksamen Pyrethrum möglich ist.

Splintholzkäfer

Der Splintholzkäfer

Splintholzkäfer

Splintholzkäfer kommen mit einer sehr geringen Holzfeuchte aus. Bei einer sich in einem beheizten Raum einstellenden Ausgleichsfeuchte von etwa 11% nagen die Käfer munter weiter. Erst bei einer Holzfeuchte von unter 7% fällt dem Splintholz-Käfer das Fressen schwerer. Hausbock und Nagekäfer haben bei solchen Bedingungen das Fressen längst eingestellt.

Der Splintholz-Käfer findet sich beispielsweise in Furnier, Möbeln, Parkett, Tischlerplatten, Türen und Souvenirs wieder. Der Braune Splintholz-Käfer ist nämlich häufig ein "Mitbringsel" von Importhölzern. Daneben gibt es aus der Familie der Splintholz-Käfer noch den einheimischen Parkettkäfer.

Der Braune Splintholz-Käfer wurde mit Tropenhölzern eingeschleppt. Leider geht er nicht nur an tropische Laubhölzer, sondern frisst sich auch durch einheimische Hölzer wie Eiche, Esche, Nussbaum, Ulme und Edelkastanie. Möglich war dies, da er sich auch von der Kälte nicht beeindrucken lässt. Das Maximum seiner Fresssucht erreicht er jedoch bei 26-27°C und einer Holzfeuchte von 16%. Das Insekt entwickelt sich innerhalb von 5 bis 18 Monaten von der Larve zum Käfer, der Generationenwechsel findet damit um einiges schneller als beim Nagekäfer oder gar beim Hausbock statt. Die Käfer sind 2, 5 bis 8 mm groß. Die Fraßgänge sind in Faserrichtung orientiert und fest ausgestopft mit feinem Nagsel, so dass sie nur schwer zu erkennen sind. Die Fluglöcher sind kreisrund und haben einen Durchmesser von einem bis zwei Millimeter. Beim Schlüpfen können sich die Käfer auch durch die Decklagen anderer Materialien hindurch fressen.

Staubläuse

Staubläuse

Allgemeines: Staubläuse kommen in rund einem Drittel aller deutschen Haushalte vor und finden sich häufig zwischen Büchern, Bildern und Tapeten.

Kennzeichen: Die Staublaus wird 1-2 mm groß, ist oval und hat einen dicken Kopf.

Entwicklung: können sich auch ohne Paarung fortpflanzen. Die Entwicklungsbedingungen für die Staublaus herrschen bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 80% und einer Temperatur von 25°C.

Ernährung: ernähren sich vorwiegend von Pilzfäden, Algen und Flechten; Bei Befall von Lebensmitteln finden sich Staubläuse besonders in Mehl, Polenta, Grieß, Getreideflocken, Milchpulver, Hundekuchen, Knäckebrot, Kräutertees u. a. meist kohlenhydratreichen Lebensmitteln.

Staubläuse

Vorkommen: Sie treten in Räumen mit überhöhter Luftfeuchtigkeit auf. Daher sind sie typisch für Neubauten, die noch nicht vollständig ausgetrocknet sind, oder sie treten vermehrt in nach Wasserschäden auf. Aber auch in Badezimmern, die nicht entsprechend belüftet werden (speziell auch innen liegende Badezimmer) oder in anderen feucht-warmen Räumen sind Staubläuse leicht vermehrt zu finden.

Vermeidung: Zur Prophylaxe gegen einen Neubefall und eine Massenentwicklung sollten Sie in erster Linie für deutlich geringere Luftfeuchtigkeit in Ihren Räumen sorgen. So entziehen Sie den Tieren ihre Lebensgrundlage. Verschimmelte wände sollten auch aus allgemein gesundheitlichen Gründen saniert werden. Während der Heizperiode sollte regelmäßig gelüftet werden.

Bekämpfung: Eine drastische Senkung der Luftfeuchtigkeit ist anzustreben. Im Küchenbereich wird das wegen der täglichen Kochdünste schwer möglich sein.

Stechmücken

Stechmücken / Schnaken

Schnake

Biologie von Stechmücken
Durch Kenntnis der Biologie von Stechmücken kann man es vermeiden, sich einer hohen Konzentration an Stechmücken auszusetzen. Alle Mücken der o. a. Arten sind zur Fortpflanzung auf stehendes bzw. nur langsam fließendes Wasser angewiesen. Ausschließlich die Weibchen der Stechmücken sind Blutsauger, während sich die Männchen von Pflanzensäften ernähren. Das Weibchen benötigt mindestens eine Blutmahlzeit zur Produktion der Eier, welche nach Befruchtung direkt auf die Wasseroberfläche gelegt werden. Hieraus schlüpfen bewegliche, im Wasser frei schwimmende Larven. Die Larven verpuppen sich (ähnlich den Schmetterlingen) und anschließend schlüpft der ausgewachsene Mosquito aus der Puppe. Der Aufenthalt an Seen oder Flußauen geht daher meist mit einer hohen Dichte an Stechmücken einher.

Stechmücken

Ein mindestens ebenso großer Teil an Stechmücken brütet jedoch im Bereich menschlicher Siedlungen in Regentonnen, Regenrinnen, im freien liegenden Autoreifen und in nahezu jeder erdenklichen Vertiefung, in der sich Wasser ansammeln kann. Durch konsequente Beseitigung aller frei zugänglichen Wasseransammlungen kann somit die Mückenbelastung erheblich gesenkt werden. In den Tropen ist dies eine der wesentlichen Maßnahmen, um die Übertragung von Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber einzudämmen.

Aktive Zeiten von Stechmücken
Die meisten in diesem Zusammenhang relevanten Stechmückenarten sind nur während der Dämmerungen und der Nacht aktiv. Die Aktivität ist am höchsten zwischen Sonnenuntergang und Mitternacht und geht dann langsam über den weiteren Verlauf der Nacht bis zum Morgen zurück. Durch geeignete Planung des Tagesablaufs kann bereits von vorneherein die Exposition gegenüber Stechmücken verringert bzw. die weiteren Schutzmaßnahmen zielgerichtet eingesetzt werden.

Hieraus ergeben sich folgende Schutzmöglichkeiten:

  • Meidung von Orten in der Nähe von Seen und Flußauen
  • oder
  • Rechtzeitiges Verlassen vor Beginn der Dämmerung
  • Gezielter Einsatz von Insektenschutzmitteln o. Ä. in den Abendstunden
  • Rechtzeitige Abdichtung von Räumen (z. B. durch Mückengitter) vor Beginn der Stechmückenaktivität

Und weiterhin Beseitigung aller Brutmöglichkeiten in der Nähe menschlicher Behausungen durch:

  • Verschluss von Regentonnen mit Mückengittern
  • Dachregenrinnen auf Durchgängigkeit prüfen, um stehendes Wasser zu vermeiden
  • Eimer, Gießkannen, Blumentöpfe trocken oder auf den Kopf gestellt lagern
  • Gartenteiche regelmäßig mit Larven abtötenden Substanzen behandeln, alternativ Besatz mit Fischen, welche sich von Larven ernähren

Entsorgung aller im freien gelagerten Autoreifen (nicht korrekt entsorgte Autoreifen sind in tropischen Ländern eine wesentliche Ursache von Malaria- und Denguefieberausbrüchen!)

Steinmarder

Steinmarder (Martes foina)

Steinmarder

Allgemeines
Der Steinmarder oder Hausmarder (Martes foina) ist eine einheimische Art und bewohnt bevorzugt Feldscheunen, Felshöhlen, Steinhaufen und Stallungen. Er ist eigentlich in ganz Europa beheimatet, mit Ausnahme von Großbritannien, Irland und Skandinavien. Auch in Zentralasien bis zur Mandschurei ist er zu Hause. Der Steinmarder erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 43-55 cm, eine Schwanzlänge von 22-30 cm und ein Gewicht von 500-2000 g. Kennzeichnend für den Steinmarder ist der lange bis auf die Vorderbeine gegabelten weißen Kehlfleck. Der Steinmarder ist ein Kulturfolger. Als Rattenvertilger wird er vom Menschen gerne gesehen, nicht aber als Jäger von Hausgeflügel. Er ist tag- und dämmerungsaktiv. Als Beikost nimmt er gerne süßes Obst und Beeren.

Steinmarder Steinmarder

Erkennen
Steinmarder haben einen hellen Kehlfleck, der sich bis zu den Vorderbeinen erstreckt. Sie sind etwa 75 cm groß.

Vorkommen
Steinmarder siedeln gerne in der Nähe des Menschen, bevorzugen z. B. alte Dachböden. Sie sind Allesfresser.

Taubenzecken

Taubenzecken (Argas reflexus F.)

Taubenzecken

Allgemeines: Taubenzecken sind blutsaugende Parasiten, fast nur nachts aktiv. Sie wandern auf die Tauben, ihre Wirtstiere, und saugen mehrere Stunden lang Blut. Sie befallen aber auch Haus- und Nutztiere, Hühner, und sogar Menschen.

Sie sind aber auch so ziemlich die größten Hungerkünstler. Stellen Sie sich einmal vor 5 bis 7 Jahre ohne Nahrung auszukommen. Taubenzecken schaffen das. Ein weiterer Bösewicht wird von den Haustauben noch übertragen und verbreitet: die Vogelmilbe. Auch sie wandert auf Suche nach Nahrung, sprich Blut, umher und bedient sich dabei auch des Menschen als Ersatzwirt. Das Krankheitsbild ist Hautausschlag, Pustelbildung oder so genannte Scheinkrätze. Alle Parasiten nehmen mit dem Blut ihres Wirtes auch einen Großteil der vorhandenen Krankheitskeime des Wirtes auf und geben diese beim nächsten Biss an den neuen Wirt fast zur Gänze weiter.

Beschreibung: Diese achtbeinigen Spinnentiere aus der Familie der Lederzecken gehören zu den Riesen unter den Milben. Sie sind von flacher, eiförmiger Gestalt mit leicht aufwärts gebogenen Körperrändern und erreichen eine Länge von 4 mm. voll gesogen sind die Weibchen bis zu 9 mm lang. Die Rückenseite ist von bräunlicher Farbe und lederartigem Aussehen. Der Kopf ist von oben nicht sichtbar. Taubenzecken sind temporäre Blutsauger.

Vorkommen: In Mitteleuropa verbreitet und häufig; In Taubenschlägen und Hühnerställen.

Verwandte Arten: Weitere sehr ähnlich aussehende Argasarten, die anderes Hausgeflügel parasitieren; z. B. Argas persicus ist der entsprechende Parasit des Haushuhns. Ixodes ricinus L. (Ixodidae), die Zecke oder Holzbock, mit von oben sichtbarem Kopf und Mundwerkzeugen; sie bewohnt Wiesen, Wälder und Gebüsch und ist ein Überträger gefährlicher Krankheiten.

Allergieauslöser: Wahrscheinlich beim Stich injizierte Proteine

Invasionswege: Stich

Biologie: Aus den Eiern schlüpft eine 6-beinige Larve, welche 7 Tage an Tauben saugt. Ihr folgen drei Nymphenstadien, die für jeweils 20 bis 40 Minuten bei ihren Wirten Blut saugen. Die erwachsenen Weibchen befallen jeweils mehrfach ihre Wirte für den gleichen Zeitraum. Die Wirte werden jeweils aktiv von den sich tagsüber versteckt lebenden Tieren aufgesucht. Nach jeder Mahlzeit legen die Tiere 10 bis 70 Eier ab. Die erwachsenen Männchen saugen nicht und suchen auf den Wirten lediglich die Weibchen zwecks Begattung auf. Taubenzecken können in Massen vorkommen und beeinträchtigen dann die Vögel stark. Tags über verstecken sie sich in Spalten und Ritzen. Ein Entwicklungs-Zyklus dauert ca. 2 Jahre. Die anderen Argasarten bzw. –unterarten leben entsprechend bei Hühnern, Enten oder Gänsen. Nur wenn für lange Zeit keine Wirte verfügbar sind, befallen Nymphen und erwachsene Taubenzecken auch den Menschen. Sie sterben jedoch nach dem Genuss von Menschenblut ab. Zu Stichen bei Menschen kommt es nur, wenn sich die Wohnungen in unmittelbarer Nähe ehemaliger Taubenschläge, wilder Brutstätten oder Hühnerställe befinden.

Allergologie
Taubenzeckenstiche und wohl auch die Stiche der nahen Verwandten erzeugen beim Menschen neben schwer heilenden, nässenden Hautentzündungen auch Allgemeine Erscheinungen wie Schwellungen der Zunge, Lippen oder Gliedmaßen, Urticaria, Benommenheit, Fieber und Atemnot. Es ist wahrscheinlich, dass letztere auf IgE-vermittelte allergische Reaktionen zurückzuführen sind, zumal auch schon anaphylaktische Schockzustände beschrieben wurden, wie sie typischerweise von Insektengiftallergien bekannt sind. Als besonders gefährdet, mit einer allergischen Reaktion auf einen Taubenzeckenstich zu reagieren, werden Atopiker und Patienten mit dem seltenen hereditären angioneurotischen Ödem angesehen. Potentiell gefährdet sind alle Personen, deren Wohnungen sich in unmittelbarer Nähe ehemaliger Taubenschläge, wilder Brutstätten oder Hühnerställe befinden.

Gegenmaßnahmen: Da das Allergen bisher nicht isoliert werden konnte und kaum diagnostisches Material zur Verfügung steht, ist momentan eine Desensibilisierung nicht möglich. Da die Tiere nachtaktiv sind, ist der Patient bei schweren Stichreaktionen mit einem Notfallset zu versorgen und ein Wohnungswechsel nahe zu legen. Als Sofortmaßnahme sind die Bettfüße in Sperrflüssigkeit zu stellen und sämtliche Fugen und Ritzen auch im Fensterbereich gewissenhaft abzudichten. Gleichzeitig sind Rat und Hilfe eines erfahrenen Schädlingsbekämpfers einzuholen. Die Sanierung ist sehr aufwändig und erfolgt mittels Acariciden oder eines Heißluftverfahrens. Alle Hohlräume, Zwischendecken und Spalten müssen sorgfältig behandelt werden.

Bekämpfung: Mit verschiedenen insektiziden Stäube- oder Spritzmitteln mit Langzeitwirkung, die wirksamste Methode ist aber die Bekämpfung des Überträgers, der Haustaube. Wenn Sie einen Schädlingsbefall feststellen oder vermuten, so sollten Sie nicht selbst eine Bekämpfung versuchen, das würde nur viel Zeit und Geld kosten und in 95 von 100 Fällen nicht zu einer gänzlichen Tilgung führen. Eine ausführliche Beratung und ein Kostenvoranschlag von einem konzessionierten Schädlingsbekämpfer sind meist kostenlos und nur der Profi weiß, wie man Schädlinge rasch und mit wenig, aber wirksamer Chemie bekämpft.

Wespen

Deutsche Wespen

Deutsche Wespen

Allgemeines: Königinnen und Arbeiterinnen tragen einen Stachel, die Männchen stechen nicht.

Kennzeichen: Die Wespen haben einen schwarz gelb gefärbten Körper. Auf dem gelben Kopfschild hat die Deutsche Wespe drei schwarze Punkte, im Unterschied zur Gemeinen Wespe, die auf dem Kopfschild ein ankerartiges Zeichen aufweist.

Körperlänge: Königin 17 - 20 mm, Arbeiterin 12 - 16 mm, Männchen 13 - 17 mm

Entwicklung: Deutsche Wespen Im Frühjahr wird durch ein befruchtetes Weibchen, die Königin (siehe Bild oben), ein Nest gegründet. Zunächst beschäftigt sie sich selbst mit dem Bau der ersten Zellen und füttert die Larven, später übernehmen das die Arbeiterinnen. Das Nest wird meistens im Boden angelegt und besteht aus einer Papiermasse, die aus altem trockenem Holz und Speichel gefertigt wird. Ein Nest hat 7 - 8 Waben von etwa 20 cm Durchmesser. Schließlich erreicht das Volk eine Stärke von bis zu 8000 Wespen. Die Arbeiterinnen fliegen bis Mitte Oktober und gehen dann zugrunde. Auch die alte Königin und die Männchen kommen um. Nur die jungen begatteten Weibchen überwintern, um im folgenden Jahr einen neuen Staat zu begründen.

Ernährung: Als Nahrung dienen Fliegen, Mücken und Raupen. Sie lieben auch süße Säfte und überreifes Obst.

Wildbienen

Wildbienen

Wildbienen kommen in Siedlungsbereichen durchaus in großer Zahl vor. Dass vielen Menschen bei dem Begriff "Biene" jedoch nur die Honigbiene des Imkers einfällt, hat seine Gründe:

1. werden etliche Wildbienenarten aufgrund ihrer Ähnlichkeit mit Honigbienen oder Wespen leicht mit diesen verwechselt;

2. fallen kleine Wildbienen wegen ihrer oft geringen Größe nicht so auf wie Honigbienen oder werden gar nicht als Bienen erkannt;

3. werden auch die durch ihre Größe und Färbung auffälligen Hummeln meist gar nicht als Wildbienen idenzifiziert, obwohl sie es natürlich sind;

4. und schließlich sind nicht wenige Bienenarten durch den zerstörerischen Einfluß des Menschen schon recht selten geworden oder finden in Gärten nicht ihre geeigneten Lebensräume, werden also kaum wahrgenommen.

Circa 700 Wildbienenarten leben in Mitteleuropa. Die meisten Wildbienen leben solitär, d.h. man fasst in ihnen nur Einsiedlerbienen zusammen, die niemals "Völker" gründen und ganz alleine oder nur eingeschränkt mit Artgenossen zusammenleben. Jedes Weibchen sorgt nach der Befruchtung alleine für Nachwuchs, indem es eine artspezifischen Brutzelle verproviantiert, ein Ei legt und das Nest dann verschließt. Wenn mehrere Weibchen derselben Art dies an derselben Stelle tun, so kooperieren sie in der Regel nicht, sondern finden nur wegen der günstigen Nistgelegenheit in sogenannten Aggregationen zusammen.

Sind Bienen "aggressiv"?

Wirklich "aggressiv" in dem Sinne, daß sie einen Menschen scheinbar grundlos attackiert, ist keine Bienenart, und das gilt ja auch für die meisten anderen Tierarten. Bienen versuchen auch nicht wie Wespen und Fliegen, an Süßigkeiten zu gelangen. Die Frage ist also: Greifen Bienen an und wollen sie stechen, wenn sie sich von Säugetieren oder Menschen am oder im Nest bedroht oder gestört fühlen? Zur Beantwortung sollten wir zwei Gruppen unterscheiden:

Einsiedlerbienen hingegen machen nicht einmal den Versuch, ihre Nester gegen Angriffe zu verteidigen. Man könnte sich problemlos vor eine Wand mit Mauerbienen-Nestern oder gar mitten in eine Erdbienen-Kolonie stellen: Die "dummen" Tierchen unternehmen nichts, um ihre Nachkommenschaft zu schützen – selbst wenn viele von ihnen an einem Ort (in einer sog. Aggregation) nisten. Ausgerechnet die Bienen, die heutzutage am häufigsten Befürchtungen oder gar Panik auslösen, sind auch die harmlosesten. Bienen, die etwa im Boden von Kinderspielplätzen (im Rasen, im Erdhügel unter einer Rutsche etc.) nisten, sind also völlig ungefährlich.

Wühlmaus

Bekämpfung der Wühlmaus (Schermaus)
Wühlmäuse können erhebliche Schäden an Obstgehölzen, Beerensträuchern, Ziergehölzen, Blumenzwiebeln und Gemüsezwiebeln verursachen. Diese Informationsschrift zeigt verschiedene Möglichkeiten zur Abwehr und Bekämpfung der Wühlmaus auch im Haus- und Kleingarten.

Wühlmaus

Aussehen und Lebensweise
Die Wühlmaus (Arvicola terrestris L.), auch Schermaus genannt, kommt in ganz Europa vor. Der Kopf ist stumpf, die Ohren sind klein und fast völlig im Pelz versteckt. Die Farbe des Felles reicht von braungrau bis rotbraun, auch schwarz kommt vor. Der behaarte Schwanz ist etwas kürzer als die halbe Körperlänge, die ca. 15 cm beträgt.

Als natürliches Siedlungsgebiet bevorzugt die Wühlmaus frische, feuchte Böden, Gräben, Wiesen, lichte Laub- und Mischwälder und vergraste Jungkulturen. An die Erdoberfläche kommt sie nur zur Wanderung und Paarung, seltener zur Nahrungsaufnahme. Die Wühlmaus hält keinen Winterschlaf und schädigt daher das ganze Jahr über. Das Weibchen bringt von März bis Oktober zwei bis vier Würfe mit je zwei bis fünf (selten bis zehn) Junge zur Welt. Die Tiere des ersten Wurfes werden noch im selben Jahr geschlechtsreif. Die Vermehrungsrate beträgt mindestens 1:10, d. h. pro Jahr wenigstens 10 Nachkommen. Die Baue werden in der Regel von einem Tier bewohnt, da das Männchen nur sehr kurze Zeit beim Weibchen bleibt. Auch die jungen Wühlmäuse müssen sich einen neuen Bau anlegen. Dies führt zu einer schnellen Ausbreitung des Schädlings.

Schaden
Wühlmäuse schädigen durch das Benagen und Fressen von Wurzeln, Rhizomen, Knollen und Zwiebeln der verschiedensten Pflanzenarten. Auf Grünland oder Rasenflächen wird zusätzlich durch die Wühltätigkeit die Grasnarbe zerstört. Die Fehlstellen verunkrauten schnell. Vorwiegend junge Bäume sind gefährdet, z. B. Apfelbäume auf schwach wachsenden Unterlagen. Die Schäden entstehen vor allem unbemerkt während des Winters. Sie werden erst entdeckt, wenn im Frühjahr Bäume bzw. Sträucher schwach oder gar nicht mehr austreiben. Die Pflanzen sitzen nicht mehr fest im Boden. Sie lassen sich leicht herausziehen und die Hauptwurzel sieht dann wie angespitzt aus.

Befallserkennung

Erdhaufen

Die Erdhaufen liegen neben den Gängen und sind im Gegensatz zu denen des Maulwurfs niedriger, in der Form unregelmäßiger, die Erde ist feiner und meist mit Pflanzenresten vermischt. Der Maulwurf schiebt gleichmäßig geformte, hohe Erdhaufen ohne Pflanzenreste. Sein Gang endet mitten unter einem Erdhaufen.

Gänge

Die Gänge der Wühlmaus sind geschlossen; offen sind sie nur am Wasser, oder wenn Junge im Bau sind. Oberirdische Laufgänge (Wechsel) sind nicht vorhanden. Die unterirdischen Gänge verlaufen im Allgemeinen in einer Tiefe von 5 cm, stellenweise bis zu 1 m parallel zur Erdoberfläche. Die Gesamtlänge beträgt durchschnittlich 50 m, in Einzelfällen bis 100 m und mehr. Sie sind hochoval und stets über 5 cm breit. An den Gangwandungen sind die Wurzeln fein säuberlich abgefressen. Die Wühlmaus legt Vorratskammern an, in denen sie Wurzeln, Zwiebeln, Knollen, u. a. lagert.

Abwehr
Für die Neupflanzung ist das Frühjahr anzuraten, da sich die Wühlmäuse sonst auf die im Herbst gepflanzten Jungbäume konzentrieren. Bäumen kann man mit einem Drahtkorb sicheren Schutz bieten. Mit Maschendraht (Maschenweite ca. 15 mm) wird ein Korb geformt, in den der Baum gepflanzt wird. An den Faltnähten muss der Draht sorgfältig verhakt werden. Nach dem Einfüllen der Erde wird er gegen den Stamm gebogen, aber dort nicht befestigt. Es kann dann noch mit einer ca. 5 cm dicken Erdschicht abgedeckt werden. Ähnlich kann auch bei Zwiebeln oder Knollen verfahren werden. Im Fachhandel gibt es aber auch spezielle Gittertöpfe oder Körbe, die einen ausreichenden Schutz vor Wühlmausfraß bieten. Oft wird empfohlen, die Gänge mit stark riechenden Substanzen (z. B. Fischlake) auszugießen, oder Wolfsmilch, Knoblauch und Kaiserkrone anzubauen. Außer einem kurzzeitigen Vertreiben wird nichts erreicht. Als ungeeignet hat sich auch die Verwendung von Klappermühlen, Windrädern, aufgeschlagenen Flaschen, von Ultraschall erzeugenden Geräten erwiesen.

Bekämpfung
Die besten Bekämpfungszeiträume sind der Spätherbst, solange der Boden offen ist und das zeitige Frühjahr, bevor die Vermehrung der Wühlmäuse beginnt. Maßnahmen während der Sommermonate sind wenig effektiv. Da junge Wühlmäuse während der ganzen Vegetationsperiode neue Flächen besiedeln, sind nicht nur einzelne Grundstücke, sondern möglichst sämtliche Flächen einer Kleingartenanlage oder eines Wohngebietes in die Bekämpfung mit einzubeziehen. Vor jeder Bekämpfungsmaßnahme ist eine Befallsermittlung erforderlich, auch um eine Bekämpfung des durch die Bundesartenschutzverordnung geschützten Maulwurfes auszuschließen. Zu Beginn einer Bekämpfungsaktion erfolgt die Verwühlprobe. Neben den Erdauswürfen wird der Boden auf kreisförmigen Bahnen mit dem Wühlmausstab (Abb. 1) oder ähnlichem abgetastet. Ist ein Gang getroffen, sinkt der Stab ruckartig ein. An dieser Stelle wird der Gang mit dem Spaten auf einer Länge von 20 - 30 cm freigelegt und die beiden Öffnungen vorsichtig mit einem Grabmesser von loser Erde gesäubert. In beide Gangöffnungen wird eine Möhre gesteckt. Ein bewohnter Gang wird von der Wühlmaus, vor allem bei kühler Witterung, bald wieder verwühlt und die Möhre ist angenagt. Lebt ein Maulwurf in dem geöffneten Gangsystem, wird er den geöffneten Bereich unterwühlen. Die Verwühlprobe ist auch zur Erfolgskontrolle notwendig (außer beim Fallenfang). Zum schnellen Wiederfinden oder Stellen markiert man die Probestellen mit Holzstäben o. Ä..

Fallen
Es gibt verschiedene Fallentypen. Einige müssen vor dem Einsatz beködert werden; sie sind teils einseitig, teils beidseitig fängig. Der gebräuchlichste Fallentyp ist die Bayerische Drahtfalle". Aber auch Kippbügelfallen, Röhrenfallen oder Neudorfs Wühlmaus-Fänger zeigen gute Fangerfolge.

Fallen stellen
Der verwühlte Gang wird vorsichtig wieder freigelegt, von loser Erde gesäubert und die Draht-Falle in den Gang geschoben. Es ist darauf zu achten, dass der Großring der Falle an der Gangwand fest anliegt. Um der Falle im Gang einen festen Sitz zu verleihen, unterlegt man die Spannfelder mit einer Grassode und drückt das Endstück der Falle in diese ein. Ähnlich verfährt man mit den anderen Fallentypen. Sie sollten in die Gangöffnung eingepasst bzw. dicht vor die Gangöffnung gestellt werden. Wenn Beköderungen möglich sind, können Möhren, Apfel, Kartoffel oder Sellerie als Köder verwendet werden. Die Wühlmäuse dürfen nicht durch Fremdwitterung abgeschreckt werden. Neue Fallen sind daher erst einige Zeit der Witterung auszusetzen. Auch die Hände sind vor dem Fallenstellen mit Erde abzureiben. Beidseitig fängige Fallen sind vor allem in lockeren Böden zu empfehlen, weil beide Seiten nicht gleichzeitig verwühlt werden.

Begasung Wirksamste Methode
Die Wühlmaus kann auch mittels Atemgiften getötet werden. Diese Verfahren sind in lockeren und sandigen Böden unsicher, da die Gase zu schnell in die Luft entweichen. Auf diesen Standorten müsste in verhältnismäßig kurzen Abständen wiederholt begast oder ein anderes Bekämpfungsverfahren angewendet werden.

Zecken bei Hunden

Die wichtigsten bei Hunden vorkommenden Zeckenarten sind Ixodes ricinus, Dermacentor reticularis (sog. Auwaldzecke = Buntzecke), Dermacentor marginatus (Schafzecke) und die aus den Tropen eingeschleppten Arten: Rhipicephalus sangenius (Braune Hundzecke) und Ambylomma variegatus Fabricius (Tropische Bundzecke).

Hundezecke

Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus)
Die Art stammt ursprünglich aus Afrika, ist aber heute in den Tropen und Subtropen überall verbreitet. In Europa kommt sie vor allem in den Mittelmeerländern vor. Seit einiger Zeit kommt sie auch in Deutschland vor (durch importierte Hunde.) Sie ist in gemäßigten Gebieten ganz von warmen Wohnungen während der kalten Jahreszeit abhängig. Als Folge ihrer Anpassung an sehr trockene Klimata ist sie im Gegensatz zu Ixodes in der Lage, sich im trockenen „Wüstenklima“ einer beheizten Wohnung fortzupflanzen (Optimalbereich f. d. Zecke 25 – 30 Grad) und zu leben.

Hundezecke

Die Weibchen der Braunen Hundezecke können an geschützter Stelle 2000-5000 Eier ablegen. Der gesamte Entwicklungs-Zyklus dauert nur etwa 3 Monate. Da es der Zecke in unseren Häusern meist an einem breiten Angebot an geeigneten Wirten fehlt, geben sich die verschiedenen Entwicklungsstadien von Rhipicephalus, statt einen Wirtswechsel durchzuführen, auch immer wieder mit dem gleichen Wirt (Hund) zufrieden, was einen Massenbefall hervorrufen kann.

Die Borreliose kann auch auf Hunde übertragen werden. Im Gegensatz zum Menschen können Hunde seit 1999 gegen die Borreliose geimpft werden.

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